Berlin (SID) - Matt Bonner von NBA-Champion San Antonio Spurs kann sich vorstellen, für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft zu spielen. "Ich habe deutsche Vorfahren auf der Seite meines Vaters. Wenn mich der Verband anruft und fragt, ob ich für die Nationalmannschaft spielen will, denke ich drüber nach. Wir können über alles reden", sagte der 34-Jährige der Bild-Zeitung.

Der US-Amerikaner war am Samstag mit den Spurs in Berlin gelandet. Am Mittwoch (20.00 Uhr) trifft das Team um die Superstars Tony Parker, Tim Duncan und Manu Ginobili im Rahmen der "Global Games" auf Gastgeber Alba Berlin. Bonner, der als Forward und Center eingesetzt werden kann, hat den Titel zweimal mit den Spurs (2007, 2014) gewonnen und in der Profiliga ausschließlich für die Texaner gespielt.

"Wir haben so viele gute Spieler in Deutschland. Mir sind die Giffeys, Benzings und Staigers lieber als einer, der aus der NBA kommt und dann einmal auftaucht, weil er eine Chance hat, mal in einer Nationalmannschaft oder bei Olympia zu spielen", sagte Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB), auf SID-Anfrage.

Grundsätzlich müsse man das Thema aber "mit dem neuen Trainer bereden", so Weiss. Der DBB will bis Weihnachten entscheiden, wer Bundestrainer wird. Der Vertrag mit Emir Mutapcic war mit Ende der EM-Qualifikation ausgelaufen. Das deutsche Team trägt bei der EM 2015 seine Vorrundenspiele in Berlin aus.

Bonner wäre nicht der erste NBA-Profi, der für das Nationalteam "eingedeutscht" wird. Sein Landsmann Chris Kaman (Portland Trail Blazers) hatte 2008 den deutschen Pass erhalten und im gleichen Jahr bei den Olympischen Spielen in Peking für die DBB-Auswahl gespielt. Auch bei der EM 2011 in Litauen war der 32-Jährige dabei. Kaman hat deutsche Urgroßeltern.