Suzuka (SID) - Die Formel 1 bangt um das Leben von Marussia-Pilot Jules Bianchi. Der 25 Jahre alte Franzose aus dem Nachwuchsprogramm von Ferrari erlitt bei einem Unfall am Ende des japanischen Grand Prix am Sonntag in Suzuka beim Zusammenstoß mit einem Abschleppfahrzeug schwere Kopfverletzungen. Er wurde am Sonntagabend (Ortszeit) im nahegelegenen Mie General Hospital operiert und anschließend auf die Intensivstation verlegt. Laut Informationen der französischen Sporttageszeitung L'Equipe konnte Bianchi nach dem Eingriff selbstständig atmen.

Derweil bestätigte auch Philippe Bianchi, der Vater von Jules, im Gespräch mit dem französischen TV-Sender France 3, dass der Zustand seines Sohnes sehr ernst sei. Er habe bei dem Crash eine Gehirnblutung erlitten. Der frühere Formel-1-Fahrer Mika Salo, einer der Rennkommissare in Suzuka, gab zu Protokoll, Bianchi habe bei dem Unfall "einen sehr starken Schlag gegen den Kopf" bekommen.

Nach einem Ausrutscher von Adrian Sutil (Gräfelfing) war Bianchi gegen den Abschleppwagen geprallt, der zur Bergung von Sutils Sauber ausgerückt war. Der Franzose wurde mit dem Rettungswagen abtransportiert, da dieser angeblich besser ausgerüstet war als der ursprünglich angeforderte Hubschrauber.

Ferrari-Teamchef Marco Mattiacci sagte einen Pressetermin ab und begleitete Bianchi in die Klinik. Das Fahrerlager war nach dem Unfall schockiert, der Sieg Lewis Hamiltons vor Nico Rosberg (beide Mercedes) und Sebastian Vettel (Red Bull) geriet in den Hintergrund. 

"Ich schicke Jules meine besten Grüße und hoffe, dass er bald wieder gesund wird", sagte Rosberg. Kurz nach der Siegerehrung sagte Vettel, es sei "die Ungewissheit, die einen quält. Wir hoffen, dass er in Sotschi wieder dabei ist."

Sutil erklärte zum Unfallhergang, er habe "das Auto wegen Aquaplaning verloren. Mir geht es gut, aber was dann passiert ist, war ein echter Schock, weil die Folgen andere sind als bei mir. Ich hoffe, dass es ihm gut geht, aber mehr möchte ich gerade gar nicht sagen aus Respekt vor Jules."

Jules Bianchi stammt aus einer Familie mit einer langen Tradition im Rennsport. Sein Großvater Mauro Bianchi war in den 60er Jahren sehr erfolgreich in der GT-Serie unterwegs. Sein Großonkel Lucien Bianchi kam 1969 beim Training für die 24 Stunden in Le Mans ums Leben, als er am Ende der berüchtigten Mulsanne-Geraden mit seinem Alfa Romeo gegen einen Telegrafenmasten prallte.