Berlin (dpa) - CSU-Chef Horst Seehofer will sich vom Festhalten der Stromnetzbetreiber an drei großen Trassen nicht unter Druck setzen lassen. Die bayerische Staatsregierung werde bis Februar mit den Bürgern diskutieren, ob die Ost-Süd-Trasse und der SuedLink wirklich gebraucht werden.

"Und dann werden wir entscheiden, was ist von den beiden notwendig", sagte Bayerns Ministerpräsident beim Arbeitgebertag in Berlin. "Da brauchen wir eine saubere Systemanalyse für die Netze, damit uns da nicht die Kosten über den Kopf wachsen." Zudem gebe es bisher keine Probleme bei der Versorgungssicherheit.

Wenn es auf Druck von besorgten Bürgern zu einer umfassenden Erdverkabelung kommen müsse, drohten Gesamtkosten von weit über 20 Milliarden Euro, die letztlich auf die Strompreise umgelegt würden. "Das ist eine gewaltige Größenordnung", betonte Seehofer.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber halten in ihrem am Dienstag vorgestellten überarbeiten Ausbauplan an den von Seehofer kritisch gesehen Trassen fest. Dieser stellte besonders den rund 600 Kilometer langen Ostlink von Sachsen-Anhalt ins schwäbische Gundremmingen infrage. Warum könne nicht vom bis nach Baden-Württemberg verlaufenden SuedLink stattdessen ein Abzweig nach Gundremmingen gemacht werden, statt eine weitere Höchstspannungstrasse durch Ostbayern zu verlegen, fragte er.

Netzausbauplan