Berlin (SID) - Der zarte Aufschwung von Borussia Dortmund war nur von kurzer Dauer. Das Team von Trainer Jürgen Klopp verlor sein Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga bei Hertha BSC mit 0:1 (0:1) und steckt nach der bereits neunten Saisonniederlage wieder ganz tief im Tabellenkeller fest.

Für den erneuten Rückschlag war vor 75.254 Zuschauern ausgerechnet der Ex-Borusse Julian Schieber verantwortlich. Der Stürmer, der sich in Dortmund nicht durchsetzen konnte und vor der Saison an die Spree gewechselt war, erzielte nach einer ernergischen Einzelleistung das 1:0 (40.) für Hertha. Die Berliner haben nun in der Tabelle drei Punkte Vorsprung auf die Dortmunder. Der italienische Nationalspieler Ciro Immobile (87.) verpasste per Kopf die große Chance zum Ausgleich für die Gäste.

BVB-Trainer Klopp nahm in seiner Startelf im Vergleich zum 1:1 in der Champions League gegen den RSC Anderlecht gleich fünf Veränderungen vor. Unter anderem rückte Kapitän Mats Hummels nach überstandenen Rückenproblemen zurück ins Team. Mitchell Langerak erhielt im Tor erwartungsgemäß erneut den Vorzug vor Weltmeister Roman Weidenfeller.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hatte trotz des zuletzt leichten Aufwärtstrends vor dem Spiel in Berlin gewarnt: "Wir sind noch lange nicht aus der Krise!" Das zeigte sich auch in den Anfangsminuten im Olympiastadion, als die Dortmunder zwar keinem Zweikampf aus dem Weg gingen, vom spielerischen Glanz der vergangenen Jahre waren sie aber meilenweit entfernt.

Da sich auch die Berliner viele Abspielfehler leisteten, dürften einige Fans ihr Kommen zeitweise bereut haben. Nachdem Schieber aber das Führungstor erzielt hatte, waren zumindest die Hertha-Anhänger versöhnt. 

Beinahe hätte Roy Beerens noch vor dem Seitenwechsel sogar das 2:0 für die Gastgeber erzielt, doch Langerak parierte glänzend (45.). Dortmund hatte aber auch Pech, dass Henrich Mchitarjan in der 35. Minute wegen einer Muskelverletzung für Jakub Blaszczykowski ausgewechselt werden musste.

Klopp reagierte auf den Rückstand und brachte zur zweiten Halbzeit den Ex-Berliner Adrian Ramos als zusätzlichen Stürmer, zudem schob sich Hummels immer weiter nach vorn. Wirklich torgefährlicher wurden die Gäste dadurch aber nicht. Die Hertha-Abwehr kam auch in der zweiten Halbzeit kaum in Bedrängnis, stattdessen ergaben sich zunehmend Räume zum Kontern.

Bei den Berlinern wussten vor allem Schieber, Innenverteidiger John-Antony Brooks und der fleißige Per Ciljan Skjelbred zu überzeugen. Bei Dortmund gefielen Langerak und mit Abstrichen Ilkay Gündogan.