Oslo (SID) - Nicole Fessel hat den deutschen Skilangläuferinnen ein versöhnliches Saisonende beschert. Die Oberstdorferin belegte im traditionsreichen "Marathon" über 30 Kilometer in Oslo den guten achten Rang. Der Sieg ging wie im Vorjahr an Superstar Marit Björgen (Norwegen), die somit auch die dritte Kristallkugel des Winters holte.

Die zweimalige Olympiasiegerin Claudia Nystad wurde im letzten Rennen ihrer Karriere 59. und damit Letzte. Die 37-Jährige, die noch immer an den Folgen ihres Sturzes Anfang Januar in Oberstdorf leidet, hatte sogar einen Startverzicht erwogen, quälte sich am legendären Holmenkollen aber mit großem Rückstand ins Ziel.

Die 14-malige Weltmeisterin Björgen gewann nach 1:14:10 Stunden vor Weltmeisterin Therese Johaug und Astrid Uhrenholdt Jacobsen (alle Norwegen). Die 34-Jährige entschied damit auch den Distanz-Weltcup für sich und räumte alles ab, was es abzuräumen gab. Schon 2004/05 hatte Björgen das Triple aus Gesamt-, Sprint- und Distanzwertung gewonnen.

Fessel hatte als beste Deutsche 1:51 Minuten Rückstand auf Björgen. "Ich bin froh, dass ich einen guten Abschluss gemacht habe", sagte die 31-Jährige. Die angeschlagene Steffi Böhler (Ibach), bei der WM noch starke Sechste über 30 Kilometer, musste sich mit Rang 32 begnügen und ließ die Entscheidung über ein mögliches Karrierende erneut offen. "Die Tendenz geht dazu, dass ich aufhöre. Aber das werde ich in Ruhe daheim entscheiden", sagte Böhler.

Im Gesamtweltcup beendete Fessel die Saison ebenfalls auf Rang acht und wurde damit nicht nur beste Deutsche, sondern auch beste Nicht-Skandinavierin. Denise Herrmann (Oberwiesenthal), die in Oslo auf Rang 39 ins Ziel kamen, folgt in der Endabrechnung als Neunte, Böhler wurde Elfte.

Bei den Männern hatte am Samstag Sjur Röthe den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere im "Marathon" gefeiert. Der Norweger siegte nach 50 Kilometern vor einer riesigen Kulisse im Fotofinish vor dem Schweizer Dario Cologna. Dritter wurde im letzten Rennen des Winters der Norweger Martin Johnsrud Sundby, der bereits als Gewinner des Gesamtweltcups feststand. Als bester Deutscher erreichte Jonas Dobler (Traunstein) den 47. Platz.