Hamburg (SID) - Europameisterin, zweimal Vize-Weltmeisterin, aber meistens im Schatten von Katarina Witt: Die fünfmalige deutsche Eiskunstlauf-Meisterin Claudia Leistner feiert am Mittwoch ihren 50. Geburtstag. Die gebürtige Ludwigshafenerin war in den achtziger Jahren die solide westdeutsche Rivalin der eher glamourösen DDR-Eisprinzessin, die in ihrer Laufbahn auf zwei Olympiasiege, vier WM-Titel und sechsmal Gold bei europäischen Titelkämpfen kam.

Das Ende von Witts Amateurlaufbahn 1988 nutzte Leistner, um ein Jahr später ihre Laufbahn mit dem EM-Titel und der Vize-Weltmeisterschaft abzuschließen. Anschließend verdiente sie noch gutes Geld bei der Revue "Holiday on Ice".

Zahlreiche Verletzungen verhinderten möglicherweise den einen oder anderen Sieg über die Erzrivalin aus dem Osten Deutschlands. Leistners Krankenakte war ziemlich dick: Bandscheibenschaden, entzündeter Ischiasnerv, verschobener Rückenwirbel. Eine alles andere als schmerzfreie Karriere "und doch hat es irgendwie Spaß gemacht", sagt die Olympia-Sechste von 1988.

Auf den schmalen Kufen fand der Schützling des Mannheimer Trainers Peter Sczypa auch sein privates Glück. Leistner ist mit dem dreimaligen deutschen Paarlauf-Meister und heutigem Mannschaftsarzt der Deutschen Eislauf-Union, Stefan Pfrengle, verheiratet. Die gemeinsame Tochter Julia war 2010 Dritte der nationalen Titelkämpfe, wird seither aber immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen.