Madrid (SID) - Die Austrocknung des illegalen Sportwettenmarktes bleibt für Ermittlungsexperten ein Schlüsselelement bei der Bekämpfung von Ergebnismanipulationen vor allem im Fußball und Tennis. Diese Position bekräftigte Stuart Page vom katarischen Internationalen Zentrum für Sportsicherheit (ICSS) in einem Interview mit der spanischen Sporttageszeitung Marca.

"Unsere jüngste Studie durch die Pariser Sorbonne-Universität hat ergeben, dass jährlich zwischen 200 und 500 Milliarden Euro in den Sportwettenmarkt fließen. Durch die gleiche Untersuchung schätzen wir, dass weltweit 80 Prozent aller Wetten auf illegalen Wegen getätigt werden. Entsprechend groß kann die Versuchung sein zu manipulieren", sagte der Australier.

Page sieht dabei im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung nicht ausschließlich Asien als Hort ungenehmigter Wettbüros. "In den USA zum Beispiel sind Sportwetten nur in vier Bundesstaaten erlaubt, und trotzdem werden in dem Land über Online-Buchmacher Tausende von Wetten auf die Spiele in den Profiligen für Football, Baseball und Basketball platziert."

Aus Sicht des früheren UN-Nachrichtendienstlers sind Fußball und Tennis derzeit aufgrund ihrer global betrachtet hohen Fernsehpräsenz und den damit verbundenen Möglichkeiten für kurzfristige Einsätze die bevorzugten Ziele von Manipulationsversuchen. "Das organisierte Verbrechen wird sich in Zukunft aber neue Sportarten suchen, wenn auch über diese Sportarten mehr im TV berichtet wird", meinte Page.