Frankfurt/Main (SID) - Borussia Mönchengladbach hat das Rennen um die direkte Qualifikation für die Champions League unfreiwillig wieder spannender gemacht. Im Freitagabendspiel kam der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt trotz vor allem in der ersten Halbzeit deutlicher Überlegenheit nicht über ein 0:0 hinaus - am Samstag (15.30 Uhr/Sky) könnte Bayer Leverkusen mit einem Sieg gegen Hannover 96 vorbeiziehen.

Der vierte Platz, der zur Teilnahme an den Play-offs der Königsklasse berechtigt, ist dem seit nun neun Spielen ungeschlagenen Team von Trainer Lucien Favre nur noch rechnerisch zu nehmen. Die Frankfurter müssen auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen, um die Qualifikation für die Europa League nicht endgültig abschreiben zu müssen.

Die Borussen, die zuletzt Anfang Februar verloren haben (0:1 bei Schalke 04), waren von Beginn an spielbestimmend und hielten die Frankfurter - abgesehen von einer Blitzchance durch Haris Seferovic nach 29 Sekunden - in der Anfangsphase weitgehend vom eigenen Strafraum fern. Patrick Herrmann verpasste die frühe Führung gegen den stark reagierenden Eintracht-Torwart Kevin Trapp (11.).

Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena mussten die Gastgeber auf den bis zum Saisonende am Knie verletzten Top-Torjäger Alexander Meier verzichten, zudem fehlte Abwehrchef Carlos Zambrano (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel). Dafür wurde Mittelfeldspieler Stefan Aigner rechtzeitig fit. Bei den Gästen kehrte Weltmeister Christoph Kramer in die Startformation zurück.

Zusammen mit Granit Xhaka kurbelte Kramer das Gladbacher Spiel aus dem Mittelfeld immer wieder an. Die Führung wäre spätestens nach einer vergebenen Großchance von Fabian Johnson (22.) verdient gewesen. Dass die Favre-Elf aber das Tor einfach nicht traf, sorgte beim Gastgeber für neuen Mut.

Zum Ende der ersten Halbzeit kam die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf etwas besser ins Spiel und wagte sich öfters Richtung Borussia-Strafraum. Dort musste Gladbach-Keeper Yann Sommer gegen Meier-Ersatz Nelson Valdez retten (34.). Die letzte große Konterchance vor der Pause spielten Bastian Oczipka und Seferovic nur schwach zu Ende.

Nach dem Wiederanpfiff von Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) waren die Gäste wieder das bessere Team - weiter fehlte aber die letzte Präzision in der Offensive. Das in dieser Saison so oft überragende Gladbacher Kombinationsspiel funktionierte lange nur in Ansätzen. Auf der Gegenseite wurde es für Sommer zudem immer wieder gefährlich. Einen Schuss von Oczipka parierte der Schweizer aber sicher (56.). Aigner hätte nach 69 Minuten aus halbrechter Position eigentlich treffen müssen.

Beste Frankfurter waren Oczipka und Seferovic. Bei den Gästen überzeugten Herrmann und Kramer.