Köln (SID) - 50 Medaillen stehen für das deutsche Tischtennis in der 89-jährigen WM-Historie vor Beginn der Individual-Titelkämpfe am Sonntag in Suzhou zu Buche. Zuletzt gewannen der heutige Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner vor 26 Jahren bei der Heim-WM 1989 in Dortmund durch ihren Triumph im Herren-Doppel einen Titel für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB). Der Erfolg bedeutet bislang auch zugleich das einzige WM-Gold des DTTB im Herren-Bereich und in der Nachkriegsgeschichte. Die 50. Jubiläumsmedaille für Deutschland holten die DTTB-Herren im vergangenen Jahr bei der Mannschafts-WM in Tokio mit Silber.

Den ersten WM-Titel für Deutschland gewannen 1929 Erika Metzger und Mona Rüster bei den Titelkämpfen in Budapest. Danach triumphierte die deutsche Damen-Mannschaft 1934 in Paris. Fünf Jahre später in Kairo holten die DTTB-Damen im Team-Wettbewerb und im Doppel durch Hilde Bussmann und die gebürtige Österreicherin Trude Pritzi zwei weitere WM-Goldmedaillen.

Die lukrativsten Wettbewerbe für die DTTB-Aktiven sind bisher die Mannschafts-Turniere der Herren und der Wettbewerb im Damen-Doppel gewesen: In beiden Konkurrenzen standen bisher jeweils zehnmal Deutsche auf dem Podest. Im Damen-Einzel kommen bislang acht Podiumsplatzierungen hinzu. Außerdem erreichten DTTB-Aktive mit der Damen-Mannschaft sowie im Gemischten Doppel (Mixed) jeweils sieben Medaillen. Bei den Herren gewannen im Einzel sechsmal DTTB-Spieler eine Plakette und im Doppel zweimal.

Die meisten Medaillen aller DTTB-Spieler in der WM-Geschichte seit 1926 sammelten bei den Herren der noch aktive Rekordeuropameister Timo Boll mit fünf Silber- (Doppel 2005 und viermal mit der Mannschaft) und zwei Bronzemedaillen (Mannschaft 2006 und Einzel 2011) sowie das frühere Abwehr-Idol Eberhard Schöler mit zweimal Silber (1969 im Einzel und mit der Mannschaft) sowie fünfmal Bronze. Hinter Boll und Schöler liegen Roßkopf sowie Bolls Ex-Doppelpartner Christian Süß mit jeweils fünf Podestplatzierungen gemeinsam auf dem dritten Platz der deutschen WM-Medaillengewinner.

Erfolgreichster "Medaillenhamster" in der DTTB-Geschichte bei WM-Turnieren ist allerdings Astrid Krebsbach. Die gebürtige Wienerin gewann vor dem Zweiten Weltkrieg den Mannschafts-Titel 1934 sowie acht weitere Medaillen. Die zweifache Weltmeisterin Hilde Bussmann (Düsseldorf) sammelte zwischen 1934 und 1939 acht WM-Plaketten.