Wolfsburg (SID) - Hannover 96 hat durch einen Achtungserfolg im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga neue Hoffnung geschöpft. Im zweiten Spiel unter Trainer Michael Frontzeck erkämpften die Roten im Niedersachsenderby beim VfL Wolfsburg nach einem 0:2-Rückstand noch ein verdientes 2:2 (0:2). Allerdings hält die schwarze Serie von nun 15 Spielen ohne Sieg weiter an. 

Bas Dost (24.) und Ivan Perisic (45.) hatten Wolfsburg noch vor der Halbzeit scheinbar souverän in Führung gebracht. Schon kurz nach dem Seitenwechsel sorgten Jimmy Briand (47.) und Salif Sané (57.) für den unerwarteten Ausgleich der 96er.

Wolfsburg verpasste einen großen Schritt in Richtung frühzeitiger direkter Qualifikation für die Champions League. Vier Tage nach dem souveränen Einzug ins DFB-Pokal-Finale bei Arminia Bielefeld (4:0) konnte die Mannschaft von Coach Dieter Hecking vor allem in der zweiten Halbzeit nicht wie gewohnt überzeugen. Der Tabellenzweite bleibt in dieser Saison jedoch als einziger Bundesligist ohne Heimniederlage.

Hannover hatte vor 29.514 Zuschauern in der Wolfsburger Arena durch einen Kopfball von Joselu zwar die erste Chance (5.), doch wenig später intensivierten die Wölfe ihre Angriffsbemühungen. Vor allem Weltmeister André Schürrle, der in der Startformation den Vorzug vor Daniel Caliguiri erhalten hatte, schaltete sich immer wieder clever ein und stellte Hannover genau wie VfL-Spielmacher Kevin de Bruyne mehrfach vor unlösbare Probleme. 

Mit seinem ersten Bundesligatreffer seit dem 1. März brachte Dost die Gastgeber schließlich verdient in Führung, Perisic erhöhte kurz vor der Pause mit einem Traumtor aus 18 Metern in den Winkel. Die lange Zeit harmlosen 96er schafften es hingegen bis zur Pause kaum aus der eigenen Hälfte. Eine Serie von 15 Spielen ohne Sieg wurde bislang immer mit dem Abstieg in die 2. Liga bestraft.

"Fünf-Spiele-Trainer" Frontzeck sorgte nach dem Seitenwechsel mit Umstellungen allerdings für neuen Schwung. Der eingewechselte Briand schaffte mit einem Kopfball den Anschlusstreffer, ehe Sané sogar für den Ausgleich sorgte. Die zuvor so überlegenen Wolfsburger suchten zwar weiter ihre Chancen, allerdings mangelte es vor dem Tor trotz Überlegenheit an der nötigen Präzision.

Beste Wolfsburger Spieler waren Dost und de Bruyne, bei Hannover konnten Briand und Sané überzeugen.