Berlin (SID) - Alba Berlin wackelte wie die anderen Titelkandidaten, konnte den Fehlstart in die Play-offs der Basketball-Bundesliga aber gerade noch verhindern. "Das war ein Sieg, den wir mit dem Herz geholt haben", sagte Sasa Obradovic nach dem mühsamen 95:90 (46:51) gegen Pokalsieger EWE Baskets Oldenburg. Überrascht war der Trainer von den Schwierigkeiten nicht.

Berlin kam zur gleichen Erkenntnis wie Hauptrundensieger Brose Baskets Bamberg und Meister Bayern München. Einfach mal so ist der Einzug ins Halbfinale kaum zu machen. "Das war heute ein absolut typisches Play-off-Spiel", sagte Obradovic, "ich erwarte eine lange Serie."

Vier Minuten vor Schluss lag Alba im ersten Spiel der best-of-five-Serie klar zurück (78:88), dann schlug die Stunde von Alex Renfroe. Der Amerikaner, unter der Woche noch in der Heimat bei seiner wenige Tage zuvor geborenen Tochter zu Besuch, stahl den Oldenburgern dreimal den Ball und holte sieben Punkte. Mit insgesamt 23 Zählern und 10 Assists gelang dem Point Guard als Topscorer ein Double-Double.

Am Mittwoch (20.30 Uhr) hat Berlin in Oldenburg die Chance, sich mit einem weiteren Sieg drei Matchbälle zu erspielen. Bereits am Dienstag (18.30 Uhr/beide Sport1) können auch die Bayern bei den Frankfurt Skyliners nach dem 83:72 (39:37) vom Samstag für eine Vorentscheidung sorgen, das gleiche gilt für Bamberg im Gastspiel bei den MHP Riesen Ludwigsburg (20.00). Spiel eins war mit 87:79 (46:44) an die Franken gegangen.

"Es sind Play-offs. Jeder Ball ist bedeckt mit Schweiß und Blut. Und so ein Spiel war es auch heute", sagte Bambergs-Trainer Andrea Trinchieri nach dem glanzlosen Erfolg. Wie der Italiener wunderte sich auch Bayern-Trainer Svetislav Pesic nicht darüber, dass es holprig lief. "Das erste Spiel einer Play-off-Serie ist immer schwer, und Frankfurt hat heute guten Basketball gespielt."

In der vorzeitig gestarteten Serie zwischen den Telekom Baskets Bonn und ratiopharm Ulm steht es nach der 88:93 (48:52)-Heimniederlage der Schwaben 1:1.