Griechenland will fällige Rate an IWF zahlen

Brüssel/Athen (dpa) - Athen hat Zweifel aus dem Weg geräumt, die Regierung könnte die am Dienstag fällige Schuldenrückzahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) stoppen. Die griechische Regierung wolle alle ihre Verpflichtungen erfüllen, sagte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis am Montag in Athen. Er reagierte damit auf die Frage, ob Griechenland die anstehende Tilgungszahlung an den IWF in Höhe von 756 Millionen Euro leisten werde. Vor dem Treffen der Eurogruppe am Montag in Brüssel hatte Medien in Athen mit Berufung auf Regierungskreise berichtet, es werde von verschiedenen Fraktionen in der Regierung taktiert, falls die Eurogruppe hart bleibe, die Tranche an den IWF nicht zu überweisen. Griechenland Finanzminister Gianis Varoufakis erwartet jedoch eine baldige Einigung mit den Geldgebern über die verlangten Reformen.

Bahn: Im Streik gut die Hälfte aller Züge gefahren

Berlin/Frankfurt (dpa) - Während des Lokführerstreiks in der vergangenen Woche ist bei der Deutschen Bahn nach eigener Einschätzung gut jeder zweite geplante Zug gefahren. Verhältnismäßig viele Verbindungen fielen im Fernverkehr aus, wie ein Bahnsprecher am Montag in Berlin sagte. Auf den Langstrecken verkehrte täglich nur ein Drittel der sonst rund 800 Züge. Genau umgekehrt war das Verhältnis im Güterverkehr: Von täglich 3600 Güterzügen sei etwa ein Drittel nicht gefahren. Ein differenziertes Bild ergab sich bei den Regionalverkehren inklusive der S-Bahn-Netze mit 23 500 täglichen Fahrten bei einem normalen Fahrplan. Je nach Region seien zwischen 15 und 60 Prozent der Verbindungen bedient worden, sagte der Sprecher.

Edeka baut führende Position im deutschen Lebensmittelhandel aus

Hamburg (dpa) - Der genossenschaftliche Edeka-Verbund hat seine führende Position im Handel mit Lebensmitteln ausgebaut. Während die Branche in Deutschland insgesamt stagnierte, erreichte Edeka ein Wachstum von zwei Prozent, teilte das Unternehmen am Montag in Hamburg mit. Die Edeka-Unternehmen setzten insgesamt 47,2 Milliarden Euro um. Den entscheidenden Anteil an dem Umsatzplus hatten die Märkte der 4000 selbstständigen Kaufleute unter dem Edeka-Dach, die die Erlöse um 3,6 Prozent auf 23,4 Milliarden Euro steigerten. Die Tochtergesellschaft Netto konnte im hart umkämpften Discount-Markt ihren Umsatz um 2,2 Prozent auf 12,0 Milliarden Euro ausweiten.

IWF will von Deutschland mehr Investitionen und stabile Versicherer

Berlin (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Deutschland zu weiteren Investitionen in die Infrastruktur aufgefordert. Zwar begrüßten IWF-Experten das kürzlich beschlossene Milliarden-Paket der schwarz-roten Koalition. "Aber es gibt immer noch Spielraum für ehrgeizigere Maßnahmen", heißt es in einem am Montag in Berlin vorgelegten Papier zum Abschluss der jährlichen Beratungen zwischen Bundesregierung, Bundesbank und IWF. Darin mahnt der IWF auch zusätzliche Schritte zur Stabilisierung der Lebensversicherer an, die unter den sehr niedrigen Zinsen leiden: "Es müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, um trotz der positiven Auswirkungen der Reform im vergangenen Jahr die Schwachstellen (...) zu bekämpfen."

"Euro-Vater" Lamfalussy gestorben

Brüssel (dpa) - Einer der "Väter" der Euro-Währung, der Belgier Alexandre Lamfalussy, ist am Samstag im Alter von 86 Jahren gestorben. Das teilte die Familie der belgischen Nachrichtenagentur Belga am Montag mit. Der gebürtige Ungar und studierte Wirtschaftswissenschaftler leitete von 1994 bis 1997 in Frankfurt das Europäische Währungsinstitut (EWI), die Vorläufer-Institution der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Euro wurde 1999 eingeführt, zunächst als Buchwährung. Lamfalussy war geadelt worden und trug den Titel eines Barons.

Starker März für Elektroindustrie: Auftragseingang steigt sprunghaft

Frankfurt/Main (dpa) - Nach zwei schwächeren Monaten haben sich die Auftragsbücher in der deutschen Elektroindustrie wieder deutlich gefüllt. Getrieben durch Großaufträge gingen bei den Betrieben im März 17,9 Prozent mehr Bestellungen ein als vor einem Jahr, wie der Branchenverband ZVEI am Montag in Frankfurt mitteilte. Die Inlandsaufträge legten kräftig um 22,1 Prozent zu, die Auslandsaufträge stiegen ebenfalls deutlich um 14,0 Prozent. "Indem der hohe Bestellzuwachs im März die vorherigen leichten Rückgänge im Januar und Februar weit überkompensiert hat, kamen die Auftragseingänge in der Branche im gesamten ersten Quartal 2015 auf ein Plus von 6,0 Prozent gegenüber Vorjahr", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.

Dax auf Richtungssuche

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Montag angesichts der wieder in den Fokus gerückten Griechenland-Krise zurückgehalten. Nach der kräftigen Erholung am Ende der Vorwoche fehlten dem Dax die Impulse für weitere Kursgewinne. Der deutsche Leitindex fiel um 0,22 Prozent auf 11 684,42 Punkte. Der Index der mittelgroßen Werte MDax trat mit einem Minus von 0,04 Prozent auf 20 597,14 Punkte nahezu auf der Stelle, während es für den TecDax um 0,38 Prozent auf 1668,76 Punkte nach oben ging. Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,46 Prozent am Freitag auf 0,48 Prozent. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1142 (Freitag: 1,1221) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8975 (0,8912) Euro.