Karstadt-Aufsichtsrat beschließt Aus für fünf Warenhäuser

Essen (dpa) - Die angeschlagene Warenhauskette Karstadt macht im Zuge ihrer Sanierung fünf weitere Warenhäuser dicht. Das teilte das Unternehmen am Dienstag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Betroffen sind die Standorte in Recklinghausen, Bottrop, Dessau, Neumünster und Mönchengladbach-Rheydt. Das Unternehmen begründete die Schließungen unter anderem mit einer seit Jahren negativen Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Standorte. Nach Gewerkschaftsangaben sind von den Schließungen 540 Beschäftigte betroffen. Karstadt hat derzeit noch rund 16 000 Beschäftigte. "Ohne zum Teil sehr schmerzliche Entscheidungen, wie die Schließung von Filialen ohne strategische Perspektive, können wir die Gesundung des Gesamtunternehmens nicht sichern", teilte Karstadt-Chef Stephan Fanderl mit.

Urteil löst Debatte über Mietspiegel aus

Berlin (dpa) - Ein Berliner Amtsgericht hat den Mietspiegel der Hauptstadt gekippt und damit eine bundesweite Debatte über die Grundlage für Millionen Mietverträge ausgelöst. "Das ist der erste Dominostein, der gefallen ist", sagte Kai Warnecke, der Hauptgeschäftsführer des Eigentümerverbands Haus und Grund. Bundesweit würden nun die Mietspiegel fallen und damit die Basis für die ab Juli geltende Mietpreisbremse. Der Deutsche Mieterbund hingegen erwartet, dass Mieter und Vermieter sich weiter auf die Mietspiegel stützen, um kostspielige Gerichtsverfahren zu vermeiden. Die knapp 600 Mietspiegel in Deutschland legen ortsübliche Vergleichsmieten fest, an denen sich Mieter und Vermieter orientieren - wo der Wohnungsmarkt angespannt ist künftig auch bei Neuverträgen, so will es das Gesetz zur Mietpreisbremse. In den meisten Großstädten erstellen Wissenschaftler sogenannte qualifizierte Mietspiegel.

Bafin prüft Banken und Versicherer wegen Mini-Zinsen strenger

Frankfurt/Main (dpa) - Die Finanzaufsicht Bafin nimmt Banken und Versicherer wegen zunehmender Belastungen durch die Mini-Zinsen strenger unter die Lupe. Die Behörde durchleuchtet derzeit die Versicherer und kündigte am Dienstag einen Stresstest für kleinere Banken an. Es sei absehbar, dass die deutschen Versicherer die schärferen europäischen Kapitalanforderungen ("Solvency II") nur mit erheblicher Anstrengung schaffen werden, sagte der neue Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld, in Frankfurt. "Und sollten die Zinsen weiter so niedrig bleiben, werden wir auch mehr Unternehmen in aufsichtliche Manndeckung nehmen müssen." Das dürfte nach seiner heutigen Einschätzung mehr als zehn Institute betreffen. Hufeld warnte jedoch vor Spekulationen über eine drohende Insolvenzwelle in der deutschen Lebensversicherungsbranche.

Verizon kauft Online-Dino AOL für 4,4 Milliarden Dollar

New York (dpa) - Ein Kapitel Internet-Geschichte geht zu Ende: Der US-Mobilfunkriese Verizon schluckt den Online-Pionier AOL. Der Kaufpreis liegt bei rund 4,4 Milliarden Dollar (3,9 Mrd Euro), wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten. Mit 50 Dollar pro Aktie in bar zahlt Verizon einen Aufschlag von 23 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen drei Monate. Zu AOL gehören auch die Online-Zeitung "Huffington Post" sowie bekannte Blogs wie "TechCrunch". AOL hatte zu seiner Blütezeit als Internet-Provider allein über 30 Millionen Abonnenten weltweit.

Allianz schreibt Millionen wegen Auflösung der Hypo Alpe Adria ab

München (dpa) - Die Allianz bekommt das Debakel um die Abwicklung der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria auch in der Bilanz zu spüren. Der Konzern schrieb bisher 56 Millionen Euro an Forderungen ab, die der Versicherer gegenüber der Abwicklungsanstalt Heta hat, wie Finanzvorstand Dieter Wemmer am Dienstag in München sagte. Insgesamt ist die Allianz dort mit 133 Millionen Euro engagiert. Österreich hatte die Abwicklungsanstalt vor zwei Monaten eingefroren und damit etliche Finanzkonzerne in Deutschland zu Wertberichtigungen gezwungen. Betroffen sind etwa die Commerzbank, die Hypovereinsbank, die Hypo Real Estate und der Rückversicherer Munich Re. Offen ist, wie der Streit ausgeht. Er rechne mit mehreren Jahren, sagte Wemmer. Das Landgericht München hatte zuvor die Heta zur Rückzahlung einer Milliardensumme an die BayernLB verurteilt.

ThyssenKrupp weiter auf Erholungskurs - aber Schulden bleiben hoch

Essen (dpa) - Der Stahl- und Industriekonzern ThyssenKrupp bleibt auf Erholungskurs. Im vergangenen Quartal steigerte das Unternehmen den Gewinn im laufenden Geschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel auf 405 Millionen Euro. Dies teilte ThyssenKrupp am Dienstag in Essen mit. Der größte deutsche Stahlhersteller profitierte von seinen harten Sparanstrengungen, vom schwachen Euro und von den sinkenden Rohstoffpreisen. Zudem legten die Aufzugssparte und das Autozuliefer-Geschäft zu. Der Umsatz wuchs insgesamt um sieben Prozent auf fast elf Milliarden Euro. Unter dem Strich stand allerdings ein Gewinnrückgang um 82 Prozent auf 50 Millionen Euro. Grund ist der im April vereinbarte Verkauf des Edelstahl-Herstellers VDM, bei dem ThyssenKrupp einen Buchverlust von gut 100 Millionen Euro hinnehmen musste.

Air Berlin bleibt in Verlustzone stecken

Berlin (dpa) - Air Berlin ist der Umschwung unter dem neuen Vorstandschef Stefan Pichler noch nicht gelungen. Die kriselnde Fluggesellschaft verbuchte im ersten Quartal einen Verlust von 210 Millionen Euro, genau so viel wie ein Jahr zuvor. Pichler wertete es am Dienstag als positiv, dass das operative Ergebnis um 23 Millionen Euro auf minus 160 Millionen Euro verbessert worden sei. Das Budgetziel fürs erste Jahresviertel sei damit erreicht worden. Höhere Personalkosten und Flughafengebühren sowie die schlechte Bewertung von Absicherungsgeschäften führten aber zu einem schlechteren Nettoergebnis. Saisonal bedingt sei das erste Quartal immer das schwächste, fügte er hinzu. Entscheidend werde sein, wie das Geschäft im dritten Quartal mit den Urlaubsmonaten laufe. Air Berlin könne nur in kleinen Schritten stabilisiert werden. "Wir sind am Anfang eines langen Weges", sagte Pichler.

Eurogruppe will Griechenland-Streit ohne EU-"Chefs" lösen

Brüssel (dpa) - Die Euro-Finanzminister wollen den Streit um ein griechisches Reformpaket nach Einschätzung des österreichischen Ressortchefs Hans-Jörg Schelling aus eigener Kraft lösen. Ein Sondergipfel der 28 Staats- und Regierungschefs dazu bis Anfang Juni sei derzeit nicht im Gespräch. "Ich glaube, es warten jetzt alle auf die Fortschritte, die erzielt werden. Und dann wird man die notwendigen Entscheidungen zu treffen haben", sagte Schelling am Dienstag in Brüssel am Rande von Gesprächen mit seinen EU-Amtskollegen. Es hatte Spekulationen gegeben, dass sich die EU-"Chefs" einschalten wollten, um die Rettung Griechenlands vor der Pleite abzusichern.

Mehr Haushalte mit Handys als mit Festnetztelefon

Wiesbaden (dpa) - In Deutschland gibt es mittlerweile mehr Privathaushalte mit Handys als mit Festnetztelefon. Knapp 94 Prozent der Haushalte besaßen Anfang 2014 mindestens ein Mobiltelefon, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag anlässlich des Welt-Telekommunikationstages am 17. Mai mitteilte. Zehn Jahre zuvor waren es erst 72 Prozent. Ein Festnetztelefon gab es im vergangenen Jahr in 92 Prozent der Haushalte. Nahezu alle Haushalte, in denen der Hauptverdiener zwischen 18 bis 54 Jahre alt ist, besaßen mindestens ein Handy. Mit zunehmendem Alter sinkt zwar die Ausstattung mit Mobiltelefonen, aber auch bei den Älteren ist das Telefonieren mit dem Handy keine Seltenheit mehr: 73 Prozent der Haushalte mit Hauptverdienern im Alter ab 80 Jahren hatten den Angaben zufolge ein Mobiltelefon.

Starker Euro und schwache Anleihen drücken Dax ins Minus

Frankfurt/Main (dpa) - Der wieder stärkere Euro und die fortgesetzten Turbulenzen am Anleihemarkt haben den Dax am Dienstag belastet. Zudem richteten sich die Blicke weiter auf die Griechenland-Krise. Der deutsche Leitindex fiel um 1,93 Prozent auf 11 448,15 Punkte. Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es um 1,58 Prozent auf 20 270,99 Punkte nach unten und der TecDax gab um 1,59 Prozent auf 1645,54 Punkte nach. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte anderthalb Prozent ein. Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,48 Prozent am Vortag auf 0,56 Prozent. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1239 (Montag: 1,1142) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8898 (0,8975) Euro.