Köln (SID) - Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat fassungslos auf die mögliche Einführung von Doping-Nachttests reagiert. "Was für einen Wahnsinn will man mit uns noch treiben? Deutsche Sportler werden demnächst 24 Stunden lang überwacht ? und der Rest der Welt lacht uns aus", sagte Pechstein dem SID.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte eine Überprüfung angekündigt, ob die Durchführung von Dopingkontrollen in der Nacht verhältnismäßig ist. Zuvor hatte eine Studie aus Frankreich für Aufsehen gesorgt, bei der acht Ausdauerathleten einen Monat lang in Mikrodosierungen mit Eigenblut, Epo, Wachstumshormon und Kortikosteroiden gedopt wurden. Die Dosierungen hinterließen keine Spuren in den Blutpässen der Probanden. Deren Leistungsfähigkeit wurde jedoch enorm gesteigert.

"Die Dopingjäger dieser Welt sollten sich zuallererst einmal auf eine länderübergreifende gleiche Vorgehensweise in Qualität und Quantität der Dopingtests einigen, um dann auch wirklich alle Sportler ? und nicht nur einige wenige ? auf gleicher Basis kontrollieren zu können", sagte Pechstein, die seit ihrer höchst umstrittenen Dopingsperre 2009 zu den am meisten getesteten Athletinnen weltweit gehört.