Köln (SID) - Mit einer eindeutigen Kampfansage hat sich Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton nach dem Mercedes-Desaster in Monte Carlo zurückgemeldet. "Wir sehen uns in Montreal", twitterte der 30-Jährige und stellte dazu ein Foto, das ihn beim Workout auf einer schneeweißen Yacht zeigt. Unmissverständlich fügte Hamilton noch ein Wort hinzu: "Stärker."

Durch einen missglückten Boxenstopp in der Safety-Car-Phase war der bis dahin souverän führende Hamilton in Monaco von seinem eigenen Team um den sicheren Sieg gebracht worden. Den "erbte" stattdessen Teamkollege Nico Rosberg, der schon ahnt, was ihn am ersten Juni-Wochenende in Kanada erwarten könnte. Er müsse dort "noch eine Schippe drauflegen, denn Lewis wird noch stärker zurückkommen. Und dann ist er noch gefährlicher", schrieb Rosberg in seiner Kolumne für die Bild-Zeitung.

In Monaco sei Hamilton "an jedem Tag des Wochenendes schneller als ich" gewesen, gab Rosberg zu: "Er führte das ganze Rennen durch, hätte das Ding locker nach Hause gefahren." Er selbst, so Rosberg, habe die Situation rund um den letztlich entscheidenden Boxenstopp seines Teamkollegen "gar nicht gecheckt. Für Lewis muss das ein Horror-Tag gewesen sein."

Auf keinen Fall dürfe er vergessen, sich bei dem am Ende zweitplatzierten Ferrari-Star Sebastian Vettel zu bedanken. Der habe ihm zwar "das Leben ganz schön schwer gemacht, weil er mir ständig dicht auf den Fersen war. Aber am Ende hat er mir meinen Teamkollegen mal wieder vom Hals gehalten", sagte Rosberg: "Mit Seb wird es diese Saison aber sicher auch noch spannende Zweikämpfe geben."

Am Sitz des Mercedes-Teams im englischen Brackley war für Dienstag ein großes Krisengespräch anberaumt. Sämtliche Ingenieure sowie die führenden Köpfe des Rennstalls wollten hinter verschlossenen Türen erörtern, wie es zu dem Missgeschick kommen konnte. Motorsportchef Toto Wolff hatte noch in Monaco einen "Gremlin in unserer Boxentechnik" für die folgenschwere Entscheidung verantwortlich gemacht und sich strikt geweigert, einen oder mehrere Mitarbeiter persönlich zur Verantwortung zu ziehen: "Ich möchte keinen teaminternen Kriegsschauplatz eröffnen."