Berlin (SID) - Wegen der schweren Krise beim Weltverband FIFA sind die Deutschen in großer Angst um den Fußball. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Emnid für die Bild am Sonntag äußerten 63 Prozent der 504 befragten Bundesbürger die Befürchtung, dass die FIFA durch ihre zahlreichen Skandale und Misstände den Sport kaputt macht. Nur 28 Prozent sehen das sportliche Geschehen im Fußball durch die großen Probleme der Organisation nicht gefährdet.

Die große Sorge in der deutschen Bevölkerung um die Zukunft des Fußballs kommt nicht von ungefähr: 47 Prozent und damit fast die Hälfte aller Befragten sahen die FIFA-Exekutive noch einen Tag vor der bizarr verlaufenen Wiederwahl des umstrittenen Verbandsbosses Joseph S. Blatter (Schweiz) als "kriminelle Vereinigung" an. Nur für 42 Prozent besaß die "Weltregierung des Fußballs" schon vor der Aufnahme von Präsident Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) noch eine ausreichende Glaubwürdigkeit.

Nach den Verhaftungen von zwei FIFA-Vizepräsidenten und fünf weiteren hochrangigen Funktionären in Zürich sprach sich eine überwältigende Mehrheit der Deutschen für einen Rücktritt von Blatter aus. Bereits einen Tag vor seiner Wiederwahl forderten 76 Prozent die Demission des 79-Jährigen und damit auch einen personellen Neuanfang an der FIFA-Spitze. Ganze elf Prozent hingegen befürworteten die Bestätigung des Eidgenossen im höchsten FIFA-Amt.

Die Umfrageergebnisse spiegeln eine unmittelbare Reaktion auf die jüngsten Enthüllungen korrupter Machenschaften von FIFA-Funktionären durch US-Ermittlungsbehörden wider. Die US-Bundespolizei FBI und die US-Steuerfahndung IRS haben nach den Verhaftungen amtierender oder früherer FIFA-Amtsträger aus nord-, mittel- und südamerikanischen Verbänden wegen Betrugs und anderer korrupter Delikte weitere Ermittlungen bestätigt. Ein hoher IRS-Mitarbeiter stellte am Wochenende bereits weitere Anklagen und Festnahmen von Fußball-Funktionären in Aussicht.

SID dk rd