München (SID) - Die Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich ist noch längst nicht perfekt, in der Quartiersuche stehen die deutschen Fußball-Weltmeister allerdings kurz vor dem Abschluss. Teammanager Oliver Bierhoff hat das Kurstädtchen Évian-les-Bains am Südufer des Genfer Sees übereinstimmenden Medienberichten zufolge zum Favoriten auserkoren. Dort würden Kapitän Bastian Schweinsteiger und Co. das Fünf-Sterne-Hotel Royal im Évian Resort bewohnen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) teilte auf Anfrage mit, dass es noch immer "verschiedene Optionen" gebe. Nach SID-Informationen ist Évian eine davon, allerdings sichtet der DFB auch noch im Raum Paris. So oder so sind noch letzte Details zu klären. Im Falle Évian ist das französischen Medienberichten zufolge die Bewilligung der für die Ansiedlung des DFB-Teams nötigen Investitionen von 650.000 Euro durch die Gemeinde.

Bei der WM 2014 in Brasilien hatte Bierhoff mit dem Quartier Campo Bahia ein goldenes Händchen. Évian wirkt im Vergleich zu dem brasilianischen Küstenort mit eher ungezwungener Atmosphäre eleganter. Im Royal fand 2003 der G8-Gipfel unter dem Vorsitz des damaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac statt.

Évians-les-Bains mit dem französischen Erstligisten FC Évian Thonon Gaillard im Département Hochsavoyen ist für seine Heilbäder, gutes Klima und gesundes Mineralwasser weltbekannt. Trainingsmöglichkeiten für den DFB gibt es im Stade Camille Fournier im unmittelbaren Umfeld des Resorts. Der Genfer Flughafen ist rund 50 km entfernt und in einer Autostunde erreichbar, von dort dauert es rund eine Flugstunde bis in den von Évian fast 600 km entfernten EM-Endspielort Paris.

Bierhoff hatte die bereits fortgeschrittenen Planungen trotz der sportlich angespannten Lage zuletzt so erklärt: "Das soll nicht abgehoben wirken, sondern zeigt nur unser Selbstvertrauen." Der DFB habe mit der Suche "direkt nach der WM in Brasilien begonnen". Mit dem Abschluss der Planungen bis zum Ende der EM-Quali zu warten, sei aufgrund des Aufwands an Personal und Logistik "gar nicht mehr möglich". Die Weltmeister liegen in der Gruppe D mit 13 Punkten auf Rang zwei hinter Polen (14), dem nächsten Gegner am 4. September in Frankfurt/Main.