Den Haag (SID) - Die früheren EM-Zweiten Katrin Holtwick und Ilka Semmler schmettern bei der Beachvolleyball-WM in den Niederlanden im Halbfinale am Freitag als letzte Hoffnungen des Deutschen Volleyballverbandes (DVV) um eine Medaille. Nach zwei weiteren Erfolgen im Achtel- und Viertelfinale ohne Satzverlust trennt die Essenerinnen nur noch ein Erfolg in der Vorschlussrunde von Deutschlands insgesamt fünfter Podiumsplatzierung in der 18-jährigen WM-Geschichte. Als letztes Männer-Duo waren hingegen die Berliner Jonathan Erdmann/Kay Matysik zwei Jahre nach ihrem dritten WM-Platz im Achtelfinale ausgeschieden.

Holtwick/Semmler, die bei der EM 2010 in Berlin mit Silber ihre bislang einzige Medaille bei einem internationalen Championat gewonnen und vor zwei Jahren das WM-Achtelfinale noch verpasste hatten, machten nach ihrem 2:0 (21:18, 24:22)-Achtelfinalsieg gegen die Russinen Jekaterina Birlowa/Jewgenia Ukolowa durch ein 2:0 (21:18, 21:15) gegen das US-Duo Lauren Fendrick/Brooke Sweat in der Gluthitze von Rotterdam den überraschenden Sprung unter die besten Vier perfekt.

Ihre Gegner für das Semifinale in Den Haag stehen noch nicht fest. Im Falle einer Niederlage jedoch böte sich den EM-Neunten von 2014 im Spiel um Platz drei noch eine weitere Chance auf Edelmetall. 

"Wir sind super glücklich", hatte die 31 Jahre alte Führungsspielerin Holtwick schon nach ihrem erstmaligen Einzug ins Viertelfinale in der Freude über das beste WM-Ergebnis in der gemeinsamen Laufbahn mit ihrer zwei Jahre jüngeren Partnerin gesagt: "Wir haben an so vielen Weltmeisterschaften teilgenommen, so viele wird es für uns nicht mehr geben."

Vor den Titelkämpfen in den Niederlanden hatten deutsche Beach-Duo bei WM-Turnieren erst vier Medaillen gewonnen. Der größte Erfolg dabei war der Titelgewinn 2009 für die späteren Olympiasieger Julis Brink/Jonas Reckermann. Vor zwei Jahren in Stare Jablonski holten die Stuttgarterinnen Karla Borger/Britta Büthe mit Silber die erste Medaille für ein deutsches Frauen-Duo, in den Niederlanden scheiterten die Schwäbinnen allerdings schon in der Runde der letzten 32.

Erdmann/Matysik mussten im Gegensatz zu Holtwick/Semmler ihre Hoffnungen auf eine Halbfinal-Teilnahme frühzeitig in der Runde der besten 16 begraben. Das Duo musste nach seinem 1:2 (19:21, 25:23, 9:15) gegen die US-Amerikaner John Hyden/Tri Bourne seine Koffer packen. "Es war zu wenig. Es ist einfach ärgerlich, dass wir nicht auf unserem besten Level waren. Unser Coach wird uns jetzt eins auf den Deckel geben", sagte Erdmann.