Silverstone (SID) - Der 66. britische Grand Prix steigt am Sonntag auf der altehrwürdigen Strecke in Silverstone. Der Sport-Informations-Dienst (SID) hat alles Wissenswerte über das Rennen in Northamptonshire zusammengestellt.

REGEN: Zumindest in Silverstone ist das Klischee vom englischen Wetter nicht zu billig. Jahr für Jahr rotten sich pünktlich zum Renntermin im Sommer dunkle Wolken zusammen und machen den England-Grand-Prix immer wieder zum Gummistiefel-Rennen. In den wirklich guten Jahren versinken Zufahrtsstraßen und Parkplätze unter frisch entstandenen Seenlandschaften, und die Zuschauer werden offiziell aufgefordert, besser gar nicht erst zu kommen. Was natürlich niemanden abhält.

SONNE: Wenn aber doch mal die Sonne scheint über Silverstone, dann ist die Landschaft rund um die Rennstrecke wirklich schön. Am Freitag vor dem diesjährigen Rennen zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, und nach heftigen Gewittern am Samstag soll auch der Rennsonntag vom Regen verschont bleiben. So ganz sicher ist sich da allerdings niemand.

HISTORIE: In Silverstone ist der Atem der Geschichte immer spürbar. Der erste Grand Prix überhaupt wurde am 13. Mai 1950 in Silverstone ausgetragen. Der Kurs wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf einem ehemaligen Militär-Flughafen errichtet. Erster Formel-1-Sieger war Giuseppe Farina im Alfa Romeo.

REKORDSIEGER: Der unvergessliche Jim Clark dominierte in seiner Heimat in den 60er Jahren fast nach Belieben und fuhr zwischen 1962 und 1967 fünf Siege ein, nur drei davon allerdings in Silverstone - auch Aintree und Brands Hatch empfingen damals die Formel 1. Erst der "Professor" Alain Prost tat es ihm zwischen 1983 und 1993 mit ebenfalls fünf Erfolgen gleich, alle eingefahren in Silverstone. Michael Schumacher war dreimal erfolgreich.

SCHNELLSTER: Den Streckenrekord hält Ex-Weltmeister Fernando Alonso. Der Spanier fuhr 2010 in 1:30,874 Minuten um den 5,891 km langen Kurs, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 233,373 km/h entspricht.

SIEG IN DER BOX: Michael Schumacher sorgte 1998 für ein Novum und feierte seinen ersten Erfolg in England in der Box. Weil er während einer Safety-Car-Phase Alexander Wurz überrundet hatte, bekam der Kerpener eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Die trat Schumacher allerdings erst an, als er nach der letzten Runde in der Boxengasse die Ziellinie überquert hatte. Die Konkurrenz war übertölpelt, protestierte, Schumacher bekam eine weitere Zehn-Sekunden-Strafe - und blieb trotzdem der lachende Sieger.

BEINBRUCH: Weniger zu lachen hatte Michael Schumacher ein Jahr später. Mit über 300 km/h krachte er 1999 in der Stowe-Kurve in die Reifenstapel. Dabei brach er sich Schien- und Wadenbein und fiel lange aus. Es sollte sein schwerster Unfall in seiner so erfolgreichen Formel-1-Karriere bleiben.

DER AUF WASSER FÄHRT: Lewis Hamilton kann auf dem Wasser fahren. Beim (Boot-)Rennen 2008 lieferte der Engländer eine unglaubliche Performance im Regen und gewann mit mehr als einer Minute Vorsprung vor Nick Heidfeld. Den Rest des Feldes hatte er zuvor in Grund und Boden gefahren, "auch wenn ich nicht weiß, wie ich es gemacht habe". Im selben Jahr wurde Hamilton Weltmeister.

REIFENDRAMA: Eine Serie von geplatzten Reifen sorgte 2013 für Schreckmomente und eine große Sicherheitsdebatte. Neben Polesetter Lewis Hamilton erwischte es auch noch Felipe Massa, Jean-Eric Vergne und Sergio Perez, das Rennen stand kurz vor dem Abbruch.