Zell am Ziller (SID) - Markus Kaufmann ist Profi-Mountainbiker. Am Wochenende kämpft sich der 33-Jährige bei der Zillertal Bike Challenge über 9100 Höhenmeter in drei Tagen von Fügen bis auf den Hintertuxer Gletscher.

Markus Kaufmann liebt das Extreme: "Die Bike Challenge ist einfach ein bisschen krasser, über 9000 Höhenmeter in drei Tagen, das kriegt man sonst nirgendwo unter", sagt der Marathon-Mountainbiker. Was für Hobbyradfahrer die pure Quälerei ist, macht dem 33-Jährigen einfach nur Spaß.

"Es ist der absolute Traum, wenn du eine Tour fährst oder trainieren gehst und bei genialem Wetter in einer fantastischen Landschaft rumfährst", sagt Kaufmann. Mit 17 Jahren kaufte er sich ein teures Fahrrad. Da sich die Investition auch rentieren sollte, begann er mit dem Rennsport.

Für Marathon entschied sich Kaufmann aus einem ganz einfachen Grund: "Das kommt meinem Typ eher entgegen. Ich habe einen Dieselmotor, der langanhaltend und gleichmäßig seine Leistungen bringen kann."

Am vergangenen Wochenende war der gelernte Industriemechaniker bei der WM in Wolkenstein unterwegs. Am Ende sprang Platz sechs heraus - fast noch schöner war allerdings das Ambiente. "Ich bin eigentlich die ganze Zeit gefahren und habe nur nach rechts und links geschaut, weil es einfach so traumhaft schön ist", sagt der Profi vom Team Centurion Vaude.

Seit "fünf oder sechs Jahren" könnte der Schwabe allein von seinem Sport leben - trotzdem geht er noch halbtags arbeiten. Seine Firma stellt Laufräder aus Karbon her. "Die Arbeit ist sozusagen mein Hobby", sagt Kaufmann, der sich durchaus vorstellen kann, nach seiner Profikarriere dort komplett einzusteigen. 

Das hat allerdings noch ein bisschen Zeit. Bei der Zillertal Bike Challenge (3. bis 5. Juli) geht Titelverteidiger Kaufmann als Favorit ins Rennen. Der insgesamt dritte Sieg ist das erklärte Ziel. Auf der ersten Etappe geht es über 73,6 km bei einer maximalen Steigung von 19 Prozent und 3145 Höhenmetern bergauf von Fügen nach Zell am Ziller, am zweiten Tag sind es sogar 35 Prozent.

"Die Anstiege sind einfach extrem lang und extrem steil, das reizt mich sehr", sagt der deutsche Meister von 2012. Über Straßen, Schotter und Single Trails geht es drei Tage lang durchs Gebirge. "Jeden Tag wachst du auf und denkst, es geht nicht mehr. Wenn du dann aber im Ziel bist, ist das schon schön", sagt Kaufmann. 

Besonders freut er sich auf die Zielankunft am Hintertuxer Gletscher: "Das Tolle ist, du kommst mit kurzer Hose und T-Shirt an und von oben kommen dann die Snowboarder den Gletscher runter. Das ist schon immer ganz witzig." Seiner Leidenschaft ordnet Kaufmann momentan alles unter: Der Tag ist durchgetaktet, Zeit für Hobbies hat er nicht. Einfach mal abhängen und nichts tun, reicht Kaufmann oft schon. 

"Meine Verlobte muss schon ganz schön zurückstecken", sagt er. Fünf Jahre will Kaufmann noch auf hohem Niveau fahren, eine Medaille bei EM oder WM ist sein großes Ziel - traumhafte Landschaften inklusive.