Kasan (SID) - Trübes Wasser, aber kein Müll: Für die Freiwasserschwimmer sind die Bedingungen bei den Weltmeisterschaften in Kasan besser als bei der Heim-EM vor einem Jahr. "Die Wasserqualität ist sehr gut, das Treibgut fischen sie raus - im Gegensatz zu Berlin im letzten Jahr", sagte Vize-Europameister Rob Muffels beim Training vor dem WM-Auftakt am Samstag über fünf Kilometer.

"Das Wasser ist ein bisschen trüb, man kann die eigene Hand nicht vor Augen sehen", berichtete der Magdeburger, "aber das sollte kein Problem sein. Da habe ich schon viel Schlimmeres erlebt." Auch die Wassertemperatur sei mit 19,5 Grad "okay". Bei der WM vor zwei Jahren im Hafen von Barcelona hatte Bundestrainer Stefan Lurz noch von einer "Kloake" gesprochen.  

Muffels, der in der Dahme in Berlin überraschend EM-Silber gewann, führt das junge Aufgebot des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) für die nicht-olympische Kurzstrecke an. Seine Magdeburger Klubkollegen Finnia Wunram (19) und Florian Wellbrock (17) komplettieren es. Europameisterin Isabelle Härle (Essen) verzichtet auf einen Start, weil sie sich ganz auf den Kampf um die Olympia-Tickets über zehn Kilometer am Dienstag konzentriert.

Bei allem Lob für die Organisatoren wunderte sich Muffels dennoch über eine Regelung. Die 2,5 Kilometer lange Runde in der Kasanka, einem Nebenfluss der Wolga, war beim Training nicht für alle komplett zugänglich. "Wir dürfen nur bis zur Hälfte schwimmen", berichtete er: "Nur die Russen haben die ganze Runde gemacht."

In Kasan treten die deutschen Freiwasserschwimmer erstmals seit 2000 bei einer WM ohne Rekordweltmeister Thomas Lurz an. Der 35-Jährige hatte am 1. Mai überraschend seinen Rücktritt erklärt. "Man merkt schon, dass er nicht dabei ist", sagte Muffels: "Er hatte immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, immer einen Tipp parat."