"Super Donnerstag": Dax-Konzerne profitieren von Euro-Schwäche

Bonn/München (dpa) - Weniger Großschäden für den Rückversicherer Munich Re, wochenlange Streiks bei der Deutschen Post: In den Halbjahresbilanzen vieler Dax-Konzerne gibt es Licht und Schatten. Bei vielen deutsche Börsenschwergewichten hat allerdings vor allem der schwache Euro die Quartals-Bilanz beeinflusst. Am Donnerstag legten gleich sechs im Leitindex notierte Unternehmen Zahlen für den Zeitraum April bis Juni vor. Der Deutschen Post verhagelten die wochenlangen Streiks das zweite Quartal und die Aussichten für das Gesamtjahr. Der Arbeitskampf belastete das Ergebnis von April bis Juni mit 100 Millionen Euro. Der Rückversicherer Munich Re hob nach einem Halbjahr mit ungewöhnlich wenigen Naturkatastrophen seine Gewinnprognose für dieses Jahr deutlich an.

Arbeitskampf bei der Post belastet Konzernergebnis

Bonn (dpa) - Der wochenlange Arbeitskampf bei der Deutschen Post hat die Bilanz des Logistikkonzerns im zweiten Quartal verhagelt. Der Streik habe den Gewinn vor Zinsen und Steuern mit 100 Millionen Euro belastet, teilte das Unternehmen am Donnerstag in seinem Zwischenbericht mit. Aufgrund der Zahlen ruderte der gelbe Riese bei der Gewinnprognose für dieses Jahr zurück: Für 2015 korrigierte das Unternehmen den Wert entsprechend nach unten auf 2,95 bis 3,1 Milliarden Euro. Konzernchef Frank Appel sprach von einem Jahr des Übergangs. Zugleich zeigte sich der Manager davon überzeugt, dass die Anstrengungen des Unternehmens schon im kommenden Jahr zu einer verstärkten Ergebnisdynamik führen werden. "Dafür haben wir bewusst kurzfristige Ergebnisbelastungen in Kauf genommen", betonte Appel.

Telekom in Bestform: Investitionen zahlen sich aus

Bonn (dpa) - Zweistelliger Zuwachs bei Umsatz und Gewinn: Bei der Deutschen Telekom laufen die Geschäfte derzeit wie geschmiert. Im zweiten Quartal 2015 verbesserte sich der Umsatz um mehr als 15 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro, teilte der Bonner Konzern am Donnerstag in einem Zwischenbericht mit. Ohne Wechselkurseffekte und Zu- und Verkäufe hätte der Anstieg bei 5,7 Prozent gelegen. Telekom-Chef Tim Höttges sprach von guten Zahlen: "Wir sind auf dem richtigen Weg", erklärte der Manager. Getragen wurde das Plus vor allem durch die positive Entwicklung der Geschäfte auf dem Heimatmarkt und in den USA. Das bereinigte Nettoergebnis erhöhte sich sogar um 70 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Mehr Flüge: Luftverkehr in Deutschland wächst weiter

Berlin (dpa) - Der Himmel über Deutschland wird voller: Mit größeren Flugzeugen allein können die Airlines die wachsenden Passagierzahlen nicht mehr auffangen, sie fliegen auch wieder häufiger. Im ersten Halbjahr gab es an den deutschen Airports nach Branchenangaben vom Donnerstag 980 000 Starts und Landungen - ein Plus von 0,8 Prozent nach Jahren mit sinkenden oder gleichbleibenden Zahlen. Knapp 100,6 Millionen Passagiere nutzen im ersten Halbjahr die deutschen Flughäfen, ein Zuwachs von 4,4 Prozent. Hauptprofiteure seien aber nicht die deutschen Airlines, sondern die ausländische Konkurrenz.

Anteil der befristeten Jobs geht zurück

Berlin (dpa) - Der Anteil der befristeten Arbeitsverhältnisse in Deutschland ist in den vergangenen vier Jahren wieder gesunken. Wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, war 2014 nur noch jeder zwölfte Arbeitnehmer ab 25 Jahren auf Zeit beschäftigt. Die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstag) hatte zuvor darüber berichtet. Der Anteil der befristet Beschäftigten sei damit seit 2011 von 8,9 Prozent auf 8,1 Prozent zurückgegangen - insgesamt seien das nur noch drei Millionen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit leicht unter dem EU-Durchschnitt von 8,2 Prozent.

Gamescom: Smartphones und Tablets bringen mehr Menschen zum Gaming

Köln (dpa) - Computerspiele gewinnen dank Smartphones und Tablets neue Fans. Davon profitiert die Videospielbranche, wie die Spielemesse Gamescom in Köln zeigt. "Gaming wird immer mehr zu einem Gesellschaftsthema", sagte Jens Kosche, Deutschland-Chef des Spieleverlags Electronic Arts (EA) der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag auf der Gamescom. Handy-Spiele zählen zu den beliebsten Apps zum Herunterladen. Der iTunes-Store von Apple und Googles App-Plattform Google Play nähmen 75 Prozent ihrer Umsätze mit mobilen Spielen ein, sagte der Manager. "Das ist eine tolle Möglichkeit, neue Zielgruppen zu erschließen."

Metro will mit Erlös aus Kaufhof-Verkauf auf Einkaufstour gehen

Düsseldorf (dpa) - Nach dem Verkauf der Warenhaussparte Kaufhof will der Handelskonzern Metro einen beträchtlichen Teil des Milliardenerlöses für Firmenkäufe verwenden. Für die Metro sei es eine Zeitenwende, sagte Konzernchef Olaf Koch am Donnerstag bei der Präsentation der Quartalszahlen. Dreieinhalb Jahre lang habe der Konzern Unternehmensteile verkauft, um das Portfolio zu optimieren. Mit dem Erlös aus dem Kaufhof-Verkauf habe der Konzern jetzt wieder die Möglichkeit "offensiv zu investieren". Ziel sei es dabei vor allem, die Großhandelssparte Cash & Carry und die Elektronikketten Media Markt und Saturn zu stärken, betonte Koch.

Dax nach Aufwärtstrend wieder ausgebremst

Frankfurt/Main (dpa) - Nach sieben Handelstagen mit Kursanstiegen ist die Luft für den Dax am Donnerstag dünn geworden. Der deutsche Leitindex bewegte sich bis zum Nachmittag nur wenig und rückte zuletzt nurmehr leicht um 0,06 Prozent auf 11 642,91 Punkte vor. Während seiner vorangegangenen mehrtägigen Aufwärtsbewegung war das wichtigste deutsche Börsenbarometer um gut 5 Prozent geklettert. Von den sechs Dax-Konzernen mit Quartalsberichten - darunter Adidas, Telekom und Post - gingen uneinheitliche Signale aus. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,50 Prozent am Vortag auf 0,54 Prozent. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0885 (Mittwoch: 1,0883) US-Dollar fest.