Peking (SID) - Der deutsche Diskus-Meister Christoph Harting (Berlin) hat bei der Leichtathletik-WM in Peking eine Medaille klar verpasst. Der jüngere Bruder von Titelverteidiger Robert Harting landete im Finale mit 63,94 m auf Platz acht. Gold ging an den polnischen Favoriten Piotr Malachowski (67,40) vor dem Belgier Philip Milanov (66,90). Malachowskis Landsmann Robert Urbanek (65,18) holte Bronze.

Diskussionen gab es aber um den letzten Wurf Hartings, der wohl über 65 Meter flog, aber nicht gewertet wurde. "Das Kampfgericht hat leider keine hohe Kompetenz bewiesen. Der Versuch war nicht ungültig, sie haben ihn aber als Foul gewertet", sagte Harting in der ARD: "Letztendlich ist es aber jetzt durch."

Olympiasieger Robert Harting, zuletzt dreimal in Serie Weltmeister, hatte auf einen Start in Peking verzichtet. Nach seinem Kreuzbandriss vor einem Jahr wurde der 30-Jährige nicht rechtzeitig fit und wollte seine Vorbereitung auf Rio 2016 nicht gefährden. Martin Wierig (61,35/Magdeburg) und Daniel Jasinski (61,70/Wattenscheid) blieben in der Qualifikation hängen.

Für den "kleinen" Harting, mit 2,07 m sechs großer Zentimeter als Bruder Robert, war es der zweite Auftritt bei einer großen Meisterschaft. 2013 in Moskau hatte er noch den Einzug ins Finale verpasst, diesmal war er souverän mit nur einem Quali-Wurf in die Medaillenentscheidung eingezogen.  

Der Weltjahresbeste Malachowski holte seinen zweiten internationalen Titel nach dem EM-Gold 2010. Damals war dem 32-Jährigen in Barcelona als bisher letztem Werfer das Kunststück gelungen, Robert Harting bei einer großen Meisterschaft den Titel wegzuschnappen.