Köln (SID) - Die Geschichte des Stürmers Philipp Hosiner galt schon in der Sommerpause als "hollywoodreif", und so langsam entwickelt sie tatsächlich Potenzial für die ganz große Leinwand. Noch im Januar war bei dem Österreicher ein zwei Kilogramm schwerer Nierentumor entdeckt worden, nur sieben Monate später kam Hosiner am Samstag zu seinem Bundesliga-Debüt beim 1. FC Köln - und traf nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung zum wichtigen 1:1 gegen den Hamburger SV. Am Ende siegten die Kölner 2:1.

Breit grinsend und glücklich stand der Österreicher daher vor Kameras und Mikrofonen, bereitwillig teilte er seine Gefühle. "Das ist eine Wahnsinnssache", sagte der 26-Jährige, in gewisser Weise könne er nun endlich "mit der ganzen Geschichte abschließen".

Diese hatte ihn viel Kraft gekostet. Schon im Januar wollte der FC den Stürmer von Stade Rennes verpflichten, erst die sportärztliche Untersuchung brachte die schockierende Diagnose - und war dennoch ein Glücksfall. "Die Ärzte in Köln haben mir wahrscheinlich das Leben gerettet", sagte Hosiner später.

Der Nationalspieler unterzog sich einer schweren OP, gilt als geheilt und arbeitete sich mit eisernem Willen zurück. "Wie ein verrückter und härter denn je" habe er trainiert, sagte er. Und auch auf Betreiben von Trainer Peter Stöger, unter dem Hosiner schon für Austria Wien spielte, kam der wendige Torjäger im Sommer dann doch noch nach Köln. Die Erwartungen an den Leihspieler waren gering, doch schon am dritten Spieltag ist er mittendrin und direkt beteiligt am Kölner Höhenflug.

Nur Trainer Stöger, der ewige Stohiker, wollte sich am Samstag nicht berauschen an der Geschichte seines Stürmers. "Für die Medien ist das ein großes Thema, das wird jetzt eine Riesengeschichte sein", sagte der Österreicher schmunzelnd, "wir fangen den Philipp am Montag dann wieder ein."