Berlin (AFP) Die Toten Hosen, Jan Delay, Die Ärzte sowie 17 weitere deutsche Musiker und Bands haben einen Appell gegen rechtsextreme Gewalt veröffentlicht. Der von den Organisationen Pro Asyl und "Kein Bock auf Nazis" verfasste Aufruf unter dem Titel "Zeit zu Handeln!" wurde am Freitag in Berlin vorgestellt. Darin fordern die Unterzeichner einen besseren Schutz für Flüchtlinge in Deutschland sowie "menschenwürdige Unterkünfte". Ferner erklären sich die Künstler solidarisch mit zivilgesellschaftlichen Gruppen, die sich vor Ort für Flüchtlinge engagieren.

"Wir sind jeden Tag aufs Neue schockiert", sagte Joshi von "Kein Bock auf Nazis" mit Blick auf die zahlreichen Übergriffe gegen Flüchtlingsheime bei der Vorstellung des Appells. Die Toten Hosen hätten auf ihren Touren vielfach die Erfahrung gemacht, dass "es Landstriche gibt, in denen der Staat sein Gewaltmonopol aufgegeben hat", sagte Bandgitarrist Breiti. Die Politik müsse diejenigen, die sich für Demokratie und gegen Nazis einsetzen, konsequenter unterstützen und beschützen.

Bernd Mesovic, stellvertretender Geschäftsführer von Pro Asyl, forderte "eine Willkommenskultur auch in der Politik". Zudem forderte Mesovic ein neues soziales Wohnungsbauprogramm "in zweistelliger Milliardenhöhe", damit Deutsche und Flüchtlinge ausreichend finanzierbare Wohnungen vorfinden. Weitere Unterzeichner des Appells sind die Bands Deichkind, Sportfreunde Stiller, Tocotronic, Beatsteaks, Fettes Brot, Jennifer Rostock und Materia.