Berlin (SID) - HABEN DIE DEUTSCHEN BASKETBALLER NOCH EINE CHANCE AUF OLYMPIA?

Ja. Wenn sich der Deutsche Basketball Bund (DBB) erfolgreich um die Austragung eines olympischen Qualifikationsturniers im Juli 2016 bewirbt, kann die Mannschaft als Gastgeber teilnehmen. Über die Vergabe entscheidet der Weltverband FIBA im November, DBB-Präsident Ingo Weiss hat bereits Bereitschaft signalisiert, erneut mit Berlin ins Rennen zu gehen. Es würden Kosten von etwa 1,5 bis 1,8 Millionen Euro entstehen. Nur der Sieger des Turniers mit sechs Mannschaft qualifiziert sich für die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro.

WAS WIRD AUS DIRK NOWITZKI?

Der Superstar hat angekündigt, auch im kommenden Jahr für die DBB-Auswahl zu spielen, wenn es eine Chance auf seine zweite Olympia-Teilnahme gibt. Nowitzki ist dann allerdings bereits 38 Jahre alt. Vieles wird davon abhängen, wie unbeschadet er durch die lange NBA-Saison mit den Dallas Mavericks kommt. Nur wenn der Power Forward vollständig gesund ist, gibt es die Möglichkeit, dass er vermutlich ein letztes Mal für Deutschland spielen wird.

WAS WIRD AUS BUNDESTRAINER CHRIS FLEMING?

Er bleibt im Amt. Der Amerikaner besitzt mit dem DBB einen Vertrag bis Sommer 2016. Bei seiner Vorstellung Ende 2014 hatte Verbandspräsident Ingo Weiss sogar in Aussicht gestellt, den 45-Jährigen noch länger zu binden. Allerdings wird Fleming in der kommenden Saison als Co-Trainer beim NBA-Klub Denver Nuggets arbeiten, das gefällt dem Verband gar nicht. Der DBB hatte sich einen Trainer gewünscht, der sich langfristig nur um die Belange des Nationalteams kümmert. Trotzdem steht Weiss weiter hinter dem Coach.

WAS MACHT HOFFNUNG?

Die junge Mannschaft. Gerade die starken Point Guards Dennis Schröder (21) und Maodo Lo (22) stehen gerade am Anfang ihrer Entwicklung. Auch andere Leistungsträger wie Paul Zipser (21) und Tibor Pleiß (26) können noch viele Jahre das deutsche Trikot tragen. Allerdings müssen sich dafür alle auch in den kommenden Jahren positiv entwickeln.

WAS MACHT SORGEN?

Das bundesweite Interesse der Fernsehzuschauer war erschreckend gering. Im Schnitt gerade etwas mehr als eine Million Zuschauer saßen vor dem Fernseher, als Dirk Nowitzki und Co. um Punkte kämpften. Der DBB hatte sich höhere Zahlen bei den Übertragungen der öffentlich-rechtlichen Sender gewünscht. Doch ohne den sportlichen Erfolg konnte keine echte Euphorie entfacht werden.

WAR DIE VORRUNDE IN BERLIN TROTZDEM EIN ERFOLG?

Ja. Die Halle war bei allen fünf deutschen Spielen restlos ausverkauft, die Stimmung phänomenal. Auch die Stars aus den Basketball-Nationen Serbien oder Spanien schwärmten von der Atmosphäre in der Hauptstadt. Der europäische Verband FIBA Europe lobte die Organisatoren außerdem für ihre hervorragende Arbeit. Berlin habe als Ausrichter neue Maßstäbe gesetzt und mit mehr als 120.000 Fans in der Halle einen Rekord für eine EuroBasket-Vorrunde aufgestellt.