Hamburg (SID) - Als Hakan Calhanoglu sich warm machen will, fliegen die Bierbecher. Der 21 Jahre alte Regisseur von Bayer Leverkusen wird bepöbelt, gnadenlos ausgepfiffen. Die Fans des Hamburger SV sind noch immer wütend, dass der Türke mit dem großen Talent im Sommer 2014 seinen Wechsel an den Rhein erzwang.

Irgendwann wird es Schiedsrichter Tobias Welz zu viel. Aus Sicherheitsgründen schickt er Calhanoglu und Co. auf die andere Stadionseite zum Warmmachen. "Das habe ich auch noch nicht erlebt", sagte sein Trainer Roger Schmidt. Und Jonathan Tah, selber erst im Sommer von der Elbe zu Bayer gegangen, meinte: "Das war unsportlich und respektlos." Calhanoglu selber wollte sich nicht äußern.

Schon im Vorjahr wurde der Mittelfeldspieler von den HSV-Fans heftig attackiert. Auch diesmal erreichte der Lärmpegel bei seiner Einwechslung in der 77. Minute seinen unrühmlichen Höhepunkt. "Ein Gemisch aus Gründen", sagte Schmidt, sei verantwortlich gewesen, warum Calhanoglu nicht in der Startelf stand. Insgesamt sei es nicht so schlimm gewesen, wie in der Vorsaison: "Das war ja nur noch zehn Prozent von dem, was letztes Jahr los war."