Hamburg (SID) - Michael Stich (47) sieht im Hamburger Olympia-Referendum eine Richtungsentscheidung für den deutschen Sport. "Schon in der Bewerbungsphase würde eine Art Aufbruchstimmung entstehen. Aber es wäre auch eine Verpflichtung. Ich denke, dass die Bundesregierung bisher zu wenig für den Spitzensport tut", sagte der ehemalige Tennis-Star im SID-Interview: "Das führt dazu, dass wir bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen immer weniger Medaillen gewinnen."

Um die Entwicklung zu stoppen, "muss man einfach viel investieren, damit meine ich auch Geld", sagte Stich, der 1991 in Wimbledon gewann und ein Jahr später an der Seite von Boris Becker Olympia-Gold im Doppel holte: "Andere Olympia-Gastgeber wie zuletzt Großbritannien haben uns vorgemacht, wie man mit der Bewerbung im Rücken zielgerichtet Olympiasieger hervorbringt. Es ist eine riesige Herausforderung - aber das muss man einfach angehen."

Neben der Politik sieht Stich auch den deutschen Sport in der Pflicht. "Natürlich müssen sich auch viele Sportverbände reformieren, man muss sich auf die neue Zeit einstellen und wesentlich professioneller arbeiten", sagte Stich: "Der Status quo ist jedenfalls nicht darauf ausgelegt, dass aus Deutschland ständig neue Medaillengewinner kommen."