Portland (SID) - Gastgeber Eugene hat nach der Aufnahme von Ermittlungen durch die französische Justiz jegliche Vorwürfe rund um die Vergabe der Leichtathletik-WM 2021 zurückgewiesen. "Wir sind zu 100 Prozent davon überzeugt, dass nichts passiert ist, was außerhalb der Regeln der IAAF lag", sagte Vin Lananna, Präsident des Organisationskomitees, bei einer Veranstaltung in Portland: "Man kann über jede Art von Vergabeprozess frustriert sein, aber wir haben den Prozess nicht gemacht. Wir haben unsere Bewerbung vorgestellt. Es war Sache des IAAF-Councils, diese zu akzeptieren."

Am Mittwochabend war bekannt geworden, dass die französische Justiz Vorermittlungen eingeleitet hat. Mitte April war Eugene völlig überraschend und ohne Bewerbungsverfahren die WM 2021 zugesprochen worden, obwohl auch Göteborg Interesse gezeigt hatte. Die Untersuchung soll nun auch zeigen, ob die französische Justiz überhaupt zuständig ist.

Ende November hatte die BBC eine E-Mail öffentlich gemacht, die nahelegt, dass IAAF-Präsident Sebastian Coe eventuell Lobbyarbeit für die US-Stadt betrieben haben soll. Eugene ist Gründungsort des Sportartikel-Herstellers Nike und liegt nur unweit des derzeitigen Hauptsitzes entfernt.

Coe war jahrelang Marken-Botschafter für Nike, hat inzwischen diesen Posten niedergelegt. Er bestreitet jegliche Lobbyismus-Vorwürfe. Die BBC berichtete zudem von einer weiteren Mail, aus der hervorgeht, dass Lananna in den Wochen vor der Entscheidung mindestens einmal nach Europa flog, um den damals amtierenden IAAF-Präsidenten Lamine Diack zu treffen.

Gegen Diack läuft in Frankreich bereits ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Korruption und Bestechlichkeit.