Mainz (SID) - In der Doping- und Korruptionsaffäre um den Leichtathletik-Weltverband IAAF hat Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) den langjährigen IAAF-Vize und früheren DLV-Präsidenten Helmut Digel attackiert: "Wer zwei Jahrzehnte neben dem Präsidenten und - so muss man heute sagen - Verbrecher sitzt, der muss auch mal klare Kante zeigen", sagte Hörmann in der ZDF-Sendung "Das aktuelle Sportstudio" mit Blick auf die "erschütternden" Machenschaften des wegen der Annahme von Schmiergeldern schwer belasteten IAAF-Präsidenten Lamine Diack.

Angesichts der jüngsten Enthüllungen bei der IAAF und beim Fußball-Weltverband FIFA sieht der 55-Jährige den gesamten Sport in einer tiefen "Vertrauenskrise", aus der er sich allein kaum befreien könne: "Vor zwei Jahren hätte ich gesagt, dass der Sport die Dinge selbst vernünftig und sauber regeln kann. Nach den neuen Erkenntnissen muss man aber sagen, dass es der Hilfe von außen bedarf."

Mit Blick auf die Berichte über einen angeblichen Stimmenkauf rund um die Vergabe der Olympischen Sommerspiele nach Tokio 2020 wollte Hörmann auch bei der Vergabe der Leichtathletik-WM 2009 an Berlin "leider nichts mehr ausschließen", auch wenn er "aktuell nicht" an Unregelmäßigkeiten glaube.