Berlin (SID) - Die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) hat das große Interesse an deutschen Spielen bei der Handball-EM in Polen als gutes Omen für die Debatte um die Sport-Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen TV gewertet. Den 30:29-Erfolg der DHB-Mannschaft gegen Russland hatten Sonntag in der ARD 6,04 Millionen Zuschauer verfolgt und so für einen stattlichen Marktanteil von 19,7 Prozent gesorgt.

"Die Spiele der Handballnationalmannschaft sind wahnsinnig spannend gewesen und haben so natürlich viele Fans vor die TV-Bildschirme gelockt", sagte Freitag dem SID. Das beweise auch, "dass die Zuschauer mehr sehen wollen als nur Fußball, der die TV-Landschaft dominiert - und das kann auch ein deutliches Signal an die Fernsehsender sein", sagte die Sport-Politikerin.

Die Debatte war erhitzt, nachdem im vergangenen Sommer nicht wie in den letzten Jahren regelmäßig ARD und ZDF, sondern die Muttergesellschaft des Spartensenders Eurosport vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sämtliche TV- und Multiplattform-Übertragungsrechte für die vier Olympischen Spiele von 2018 bis 2024 erhalten hatte.

Der Sportausschuss beschäftigt sich in seiner Sitzung am Mittwoch mit dem Thema der Übertragungsrechte für Sportgroßveranstaltungen und hat dazu Vertreter öffentlich-rechtlicher und privater TV-Sender eingeladen.