München (SID) - WAS STEHT AN?

Die Bahnrad-Weltmeisterschaften in London auf dem Olympiaoval von 2012. Vom 2. bis zum 6. März werden in 19 Disziplinen (10 Männer/9 Frauen) Medaillen vergeben. Bis auf Sonntag fallen die meisten Entscheidungen in den Abendstunden. In Deutschland sind die Rennen nur über den Youtube-Kanal des Radsportweltverbandes UCI zu sehen, TV-Übertragungen gibt es hierzulande nicht.

WIE SIND DIE DEUTSCHEN CHANCEN?

Fast durchweg gut. Die Athleten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) gehen in allen Sprintdisziplinen als Medaillenanwärter ins Rennen. In den Ausdauerwettbewerben sind die Aussichten auch nicht schlecht. Der Bahnrad-Vierer könnte die erste WM-Medaille seit 2002 gewinnen, mehr als Bronze ist jedoch angesichts der Dominanz der Briten und Australier nahezu ausgeschlossen. Drei Titelverteidiger von 2015 stellt der BDR: Kristina Vogel im Sprint, Lucas Liß im Scratch-Rennen und Stephanie Pohl im Punktefahren. Vogel kehrt überdies mit Teamsprintpartnerin Miriam Welte an die Stätte ihres Olympiasieges zurück.

WIE WICHTIG IST DIE WM IM OLYMPIAJAHR?

Die WM gilt als Generalprobe, als letzte große Standortbestimmung vor dem Saisonhöhepunkt im August. Bis zu den Olympischen Spielen wird die versammelte Weltelite nicht mehr aufeinandertreffen. Das noch immmer nicht terminierte Testevent in Rio de Janeiro lassen die Deutschen beispielsweise aus, weil auch das Wettkampfprogramm dafür noch unklar ist und der Reisestress laut BDR unverhältnismäßig wäre. 

WELCHE DISZIPLINEN WERDEN BEI OLYMPIA GEFAHREN?

In Rio stehen 10 der 19 WM-Disziplinen auf dem Programm. Frauen und Männer absolvieren bei Olympia den Teamsprint, den Einzelsprint, die Mannschaftsverfolgung, den sogenannten Kampfsprint Keirin sowie den Mehrkampfwettbewerb Omnium. In acht der zehn Disziplinen sind die BDR-Athleten bereits qualifiziert und bewegen sich im Podestbereich, in der Mannschaftsverfolgung der Frauen sowie im Omnium müssen die Olympia-Startplätze bei der WM abgesichert werden. "Wir haben aber alles selbst in der Hand", sagte BDR-Sportdirektor Patrick Moster.

STEHT DAS DEUTSCHE OLYMPIA-AUFGEBOT BEREITS?

Nein, zumindest nicht endgültig. Die Bundestrainer Detlef Uibel (Sprint) und Sven Meyer (Ausdauer) haben zwar schon klare Vorstellungen, halten sich aber im Falle von Formschwankungen oder Verletzungen noch Optionen offen. Die BDR-Nominierungsvorschläge werden dann Ende Mai auf der Agenda des Deutsche Olympische Sportbundes (DOSB) stehen. "Diejenigen, die jetzt starten, sind in der Pole Position. Aber man muss das WM-Ergebnis abwarten, es ist kein geschlossener Kreis", sagte Moster.

WAS NOCH ZU SAGEN WÄRE:

"Eigentlich ist es nur eine Etappe, um zu gucken: Wie ist der Stand. Andererseits trägt man das Regenbogentrikot ein Jahr lang, unabhängig davon, ob man Olympiasieger wird oder nicht." (Sprint-Weltmeisterin und Teamsprint-Olympiasiegerin Kristina Vogel)