Basel (SID) - Nach dem letzten Platz seiner Herren bei der WM in Basel zog Curling-Bundestrainer Thomas Lips ein ernüchterndes Fazit: "Klar ist das eine Enttäuschung. Das reicht noch nicht für Olympia und eine WM." Klare Worte des Schweizers, der am Schlusstag noch einmal zwei Enttäuschungen erlebte. Mit einem 6:9 gegen den direkten Konkurrenten Südkorea und dem 5:6 gegen die USA fiel die unerfahrene deutsche Mannschaft noch auf den zwölften Platz ab.

Die Latte für die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang/Südkorea wurde damit noch ein Stück höher gelegt. Bei der WM 2017, wo ebenfalls noch Quali-Punkte vergeben werden, müsste Deutschland mindestens ins Halbfinale einziehen, um sich ein direktes Olympia-Ticket zu sichern.

Sollte dies nicht gelingen, würde der letzte Weg über ein Qualifikationsturnier führen. Dort müsste dann allerdings der Turniersieg her. Dies war zuletzt dem Hamburger John Jahr geglückt, der sich damit für die Winterspiele 2014 in Sotschi qualifizierte. Die Leistungen von Basel machen allerdings nur wenig Hoffnung, dass es einem deutschen Team erneut gelingen könnte, sich für Olympia zu qualifizieren.

Thomas Lips sieht es realistisch. Grundsätzlich sieht der ehemalige Europameister die Entwicklung weiter positiv, aber: "Die erkennbare positive Entwicklung geht eben langsamer voran, als wir es vielleicht erhofft haben." Sein Fazit: "Nur bei der WM sind wir noch nicht gut genug! Dafür müssen wir uns auf allen Positionen verbessern ? und damit meine ich nicht nur die Spieler. Wir alle zusammen!"

Bei der WM stand nach den elf Partien nur ein Sieg gegen Russland (7:2) auf der Habenseite. Vor allem Skip Alexander Baumann blieb hinter den Erwartungen zurück. Und so wurde der Schwenninger nach den fünf Auftaktniederlagen von Marc Muskatewitz abgelöst.

Der Junioren-Skip löste seine Aufgabe gut, war in den verbleibenden sechs Spielen aber noch zu schwankend in seinen Leistungen. "Er kann das mit seiner Erfahrung noch nicht ganz durchziehen", sagte Lips.