Sotschi (SID) - WAS STEHT AN?

Am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) findet in Sotschi/Russland der vierte von 21 Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft statt. Auf dem 5,848 km langen Kurs, der um zahlreiche Arenen der Olympischen Winterspiele 2014 führt, macht die Formel 1 zum dritten Mal Station. 2014 und 2015 siegte jeweils Mercedes-Pilot Lewis Hamilton (England).

WAS IST IN DIESEM JAHR BESONDERS?

Der Termin wurde von Mitte Oktober auf Anfang Mai verlegt. Fahrer und Teamvertreter warnen deswegen vor Unwägbarkeiten. Das Wetter dürfte allerdings keine großen Probleme bereiten: Vom ersten Freien Training am Freitag bis zum Rennen am Sonntag werden konstante Bedingungen mit viel Sonnenschein und Temperaturen bis zu 20 Grad erwartet.

KANN NICO ROSBERG SEINE SIEGESSERIE FORTSETZEN?

Der Mercedes-Pilot hat zumindest gute Karten. Seit sechs Rennen ist Rosberg ungeschlagen. Der 30-Jährige führt die WM mit 75 Punkten deutlich vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton (39) an und präsentierte sich zuletzt souveräner denn je. Das Momentum ist auf seiner Seite. Zudem ist der Mercedes nach wie vor das beste Auto im Feld.

WER KANN ROSBERG GEFÄHRLICH WERDEN?

In erster Linie Hamilton. Der Weltmeister der letzten beiden Jahre wird selbst von Rosberg immer noch als Messlatte im Feld bezeichnet. Allerdings hatte Hamilton bislang mit schlechten Starts, kleineren Kollisionen und zuletzt in China auch mit der Technik zu kämpfen.

Daneben benannte Rosberg die Ferrari und Red Bulls als mögliche Rivalen. Ferrari-Star Sebastian Vettel (Heppenheim) holte sich in China Platz zwei und hat nun Updates bei Motor und Aerodynamik im Gepäck. Im Red Bull punktete Daniel Ricciardo mit drei vierten Plätzen überaus konstant. Teamkollege Daniil Kwjat reist nach Platz drei in China besonders motiviert zum Heimspiel.

WAS IST MIT NICO HÜLKENBERG?

Der Emmericher ist in Russland zu seinem 100. Grand Prix gemeldet. In der noch jungen Saison schaffte es der 28-Jährigen nur in Melbourne als Siebter in die Punkte. Sein Ziel in Sotschi: "Ein paar Zähler draufpacken."

GEHT ES ENDLICH EINMAL NUR UM MOTORSPORT?

Nein. Nach den Scharmützeln um das mittlerweile abgeschaffte Eliminations-Qualifying drückt die Motorsportpolitik auch dem Rennen in Sotschi ihren Stempel auf. Bis Samstag muss das Reglement für die kommende Saison verabschiedet werden. Beim Treffen der Formel-1-Kommission am Dienstag sind breitere und tiefere Boliden für 2017 beschlossen worden, die bis zu fünf Sekunden pro Runde schneller sein sollen. Dies stößt nicht bei allen Fahrern und Teams auf Gegenliebe, Konflikte drohen. Daneben sind offenbar viele weitere Fragen zu den Motoren oder zum Halo-Sicherheitssystem offen geblieben.