Hamburg (SID) - DHB-Vizepräsident Bob Hanning warnt mit Blick auf das olympische Handball-Turnier vor einer zu hohen Erwartungshaltung und formuliert zurückhaltende Ziele. "Wir wollen in Rio ins Viertelfinale, das ist der Anspruch", sagte Hanning bei Sport1: "Dann kommen jedoch schon Kroatien, Katar, Dänemark, Frankreich - und in diesen Spielen sind wir nicht Favorit. Das muss man realistisch sehen."

Europameister Deutschland trifft im August in Gruppe B auf Polen, Slowenien, Schweden, Brasilien und Ägypten. Die Turnier-Favoriten spielen allesamt in Gruppe A und sind potenzielle Gegner im Viertelfinale, für das sich jeweils die besten vier Teams qualifizieren.

Trotz des überraschenden Triumphs bei der EM im Januar in Polen sieht Hanning noch "viele Baustellen" beim Deutschen Handballbund (DHB). "Das kann in so einem Verband auch gar nicht anders sein. Wir werden für Sponsoren immer interessanter. Aber genauso wie in der Liga dürfen wir das Geld nicht nur nehmen, um Spieler zu finanzieren, sondern müssen es auch in unsere Strukturen investieren", sagt Hanning und sprach von einem "unfassbar großen Nachholbedarf, um die Aufgabenstellungen in die richtige Richtung zu lenken".

Vor allem bei der Vermarktung der Europameister sei noch deutlich Luft nach oben. "Mit einem Pressesprecher und einem Volontär kriegen wir das nicht hin. Sie machen wirklich einen tollen Job, aber wir brauchen eine Kommunikationsabteilung, die das Thema Handball jeden Tag bespielt", sagte Hanning: "Das ist in der jetzigen Situation mit nur einem Mitarbeiter gelinde gesagt nicht einmal Drittliga-Niveau." Der DHB müsse "jetzt anfangen, weiter zu wachsen".