Frankfurt/Main (SID) - IOC-Präsident Thomas Bach hat inmitten einer der tiefsten Krisen in der Geschichte des Weltsports den Wert der Olympischen Spiele betont. Erneut schloss Bach in diesem Zusammenhang harte Konsequenzen gegen Dopingsünder und womöglich den Ausschluss von Ländern von den Sommerspielen in Rio de Janeiro nicht aus - ohne dabei Russland namentlich zu nennen.

"In dieser von Konflikten und Krisen geprägten Welt sind die Olympischen Spiele wichtiger denn je. Es ist das einzige Ereignis, das die Weltgemeinschaft friedlich und ohne Diskriminierung zusammenbringt", sagte Bach in seiner Rede anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in der Frankfurter Paulskirche. 

"Saubere Athleten sind das Herz der Olympischen Bewegung. Dieser Schutz erfordert null Toleranz gegenüber gedopten Sportlern", sagte der Gründungspräsident des DOSB: "Null Toleranz werden wir auch anwenden, wenn sich die jüngsten Vorwürfe bewahrheiten sollten. Falls Fakten festgestellt werden, die ein flächendeckendes Dopingsystem beweisen, müssen die internationalen Verbände und das IOC die äußerst schwierige Entscheidung zwischen kollektiver Verantwortung auf der einen und individueller Gerechtigkeit auf der anderen Seite treffen." 

Dabei würde das IOC "stark darauf achten, dass die Chancengleichheit für alle Sportlerinnen und Sportler weltweit sichergestellt" werde. Zur Diskussion steht gerade die Aussperrung Russlands von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, wegen flächendeckenden, staatlich geförderten Dopings.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann erklärte am Rande des Festaktes, dass Bach das DOSB-Präsidium über den jüngsten Stand der Dinge informiert und ihm seine Ausführung "Mut gemacht" hätten. Konkret wurde Hörmann nicht. Bach habe laut Hörmann nicht gesagt, ob unter den bei Nachtests der Spiele 2008 in Peking zuletzt erwischten 31 Dopingsünder deutsche Athleten vertreten sind.

Bach betonte, dass man in diesem Prozess jedem Athleten ein faires Verfahren zugestehen werde. Vorschnelle Entscheidungen schloss er aus: "Wir stellen erst alle Fakten fest, um dann entschlossen zu handeln. Dies sind wir allen sauberen Athleten weltweit schuldig." 

Bundeskanzlerin Angela Merkel ging in ihrer Rede in der Paulskirche nicht konkret auf die aktuellen Probleme des Weltsports ein. Sie sagte nur pauschal: "Manipulation und Doping machen Siege zur Farce. Sie zerstören die Glaubwürdigkeit und haben im Sport nichts zu suchen."