Spielberg bei Knittelfeld (SID) - NICO ROSBERG: War das ganze Wochenende superschnell unterwegs, ließ sich auch von der Rückversetzung auf Startplatz sechs wegen eines Getriebewechsels nicht stoppen. Flog mit seinem Mercedes förmlich bis auf Platz eins und hatte den Spielberg-Hattrick fast schon in der Tasche - bis es in der letzten Runde zum Crash mit Hamilton kam. Die Rennleitung und die Mehrheit der Experten sahen die Schuld klar beim WM-Spitzenreiter. Der zeigte sich vollkommen uneinsichtig und fühlte sich nach Platz vier um den Sieg betrogen. Deswegen klare Abzüge.

SID-Note: 3-

LEWIS HAMILTON: Hatte im Qualifying-Poker bei abtrocknender Strecke die besten Nerven und holte souverän seine 54. Pole Position. Im Rennen zunächst deutlich langsamer als Rosberg, bekam aber nach seinem letzten Reifenwechsel die zweite Luft. Der Angriff auf den Teamrivalen in der letzten Runde zeugte vom Herz des Champions, das Team allerdings freute sich weniger darüber. Anders als im Mai in Barcelona traf Hamilton aber dieses Mal keine Schuld. In der WM vor seinem Heimrennen in Silverstone wieder bis auf elf Punkte an Rosberg dran.

SID-Note: 1-

SEBASTIAN VETTEL: Der viermalige Weltmeister mühte sich, machte kaum sichtbare Fehler im Auto, erlebte am Sonntag aber einen 29. Geburtstag zum Vergessen. Der mysteriöse Reifenplatzer in der 27. Runde machte auch die letzten WM-Hoffnungen des Heppenheimers zunichte. Dabei kam Vettel nach der Rückversetzung auf Startplatz neun wegen eines Getriebewechsels stark nach vorn, hätte mindestens Dritter werden können. So war der Sieg der deutschen Nationalelf bei der Fußball-EM gegen Italien sein Höhepunkt des Wochenendes.

SID-Note: 2

NICO HÜLKENBERG: Am Samstag noch der Held, als er sich zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Platz in der ersten Startreihe sicherte. Im Rennen am Sonntag lief für den Emmericher aber vom ersten Meter nichts mehr zusammen. Nach verpatztem Start fiel er auf Platz sechs zurück und wurde wegen des hohen Reifenverschleißes seines Force India förmlich durchgereicht. Kassierte noch eine Zeitstrafe wegen Tempoüberschreitung in der Boxengasse, kam am Ende passenderweise nicht ins Ziel. Wurde trotzdem als 19. gewertet.

SID-Note: 3-

PASCAL WEHRLEIN: Im Qualifying mit Platz 12 im unterlegenen Manor so stark wie nie. Auch im Rennen zeigte der Rookie aus Worndorf, der in seinem neunten Rennen erstmals auf einer ihm bekannten Strecke unterwegs war, sein riesiges Potenzial. Ließ einige stärkere Autos hinter sich und holte für sein Hinterbänkler-Team dem ersten WM-Punkt seit 26 Monaten. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat die Leistung seines Protégés bei allen Problemen im eigenen Stall sehr wohl registriert.

SID-Note: 1

RED BULL: Die Heimstrecke verlieh den Bullen im Training und Qualifying keine Flügel. Am Rennsonntag aber zeigte Max Verstappen einmal mehr sein gigantisches Talent. Der 18-Jährige lag zwischenzeitlich gar in Führung, ehe beide Mercedes ihn kurz vor dem Ende kassierten. Profitierte vom Crash der Silberpfeile, erbte so Platz zwei hinter Hamilton. Teamkollege Daniel Ricciardo (Australien) wurde Fünfter, musste dabei Kimi Räikkönen im Ferrari ziehen lassen. Dafür gibt es Abzüge für Red Bull.

SID-Note: 3 

RANDSTEINE: Waren die unfreiwilligen Stars im Training und Qualifying. Die neuen Kerbs in Spielberg waren an vier Aufhängungsbrüche zumindest beteiligt. Rosberg und Toro-Rosso-Pilot Daniil Kwjat flogen so böse ab, dass sich eine Sicherheitsdebatte entspann. Im Rennen blieben die Fahrer auf Abstand zu den "Baguettes", im kommenden Jahr soll und muss eine andere Lösung gefunden werden.

SID-Note: 5-