Moskau (SID) - US-Behörden sollen Whistleblower Gregori Rodtschenkow im Auftrag der russischen Justiz zu seinen Dopinganschuldigungen befragen. Über ein entsprechendes Amtshilfegesuch von Russlands staatlichem Untersuchungskomitee berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS.

"Wir haben den Antrag an die zuständigen Stellen in den USA geschickt, so dass man ihm unsere Fragen stellen kann. Wir müssen jetzt abwarten, wie mit unserem Antrag umgegangen wird", sagte Komitee-Chef Wladimir Markin demnach in einem Rundfunkinterview zum Interesse seiner Behörde an Auskünften des in die USA geflüchteten Ex-Leiters der Anti-Doping-Labore in Moskau und Sotschi.

Rodtschenkow hatte im Mai öffentlich schwere Vorwürfe gegen die verantwortlichen Stellen seines Heimatlandes wegen der Manipulation von Dopingkontrollen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi erhoben. Zuvor war Rodtschenkow nach dem plötzlichen Tod zweier früherer Vorgesetzten in die USA geflüchtet. 

Markins mächtiges Untersuchungskomitee ermittelt seit dem Olympia-Ausschluss der russischen Leichtathleten wegen Machtmissbrauchs gegen Rodtschenkow. Sollte der McLaren-Report der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) am 15. Juli (Freitag) Rodtschenkows Behauptungen bestätigen, drohen Russlands Sport weitere schwerwiegende Sanktionen - womöglich auch schon für die bevorstehenden Sommerspiele in Rio de Janeiro.