Rio de Janeiro (SID) - Der Bürgermeister von Rio de Janeiro hat den Bundesstaat für die Sicherheitsmaßnahmen vor den Olympischen Spielen (5. bis 21. August) harsch kritisiert. "Das ist das wichtigste Thema, und der Bundesstaat macht einen entsetzlichen, grausigen Job", sagte Eduardo Paes dem TV-Sender CNN.

Der Auftrag zum Schutz der Menschen werde "völlig verfehlt", sagte Paes. Hintergrund der Aussagen sind zahlreiche Vorfälle in den vergangenen Wochen. 20 Bewaffnete Angreifer sollen versucht haben, einen Drogen-Boss aus einem Krankenhaus zu befreien. An der Copacabana wurden Leichenteile angeschwemmt. Anfang des Monats stahlen Diebe zwei Container mit Equipment für die Berichterstattung von ARD und ZDF auf dem Weg vom Hafen zum Lager.

Zuletzt hatten Polizisten und Feuerwehrbeamte mit einer drastischen Protestaktion auf die Missstände aufmerksam gemacht. An Rios Flughafen Galeao entrollten Beamte in der Ankunftshalle ein Plakat mit der Aufschrift "Willkommen in der Hölle". Grund dafür waren ausstehende Gehälter und die zahlreichen Todesfälle.

Paes ist davon überzeugt, dass die Sicherheitslage während der Spiele besser sein wird. "Die Armee, die Kriegsmarine, alle werden da sein", sagte der Bürgermeister: "Glücklicherweise ist in dieser Zeit nicht der Bundesstaat in der Verantwortung."