Dortmund (SID) - 100-m-Olympiasiegerin Annegret Richter trauert 40 Jahre nach ihrer Goldmedaille von 1976 der vergebenen Chance auf den Durchbruch der Elf-Sekunden-Schallmauer bei den Spielen in Montreal nach. "Beim ersten Start war etwas mit der Startelektronik. Schade, ich hatte da einen Bombenstart und wäre sicherlich unter 11,0 Sekunden gelaufen, aber nach zwei weiteren Fehlstarts war dann die Spannung weg", erinnerte sich die 65 Jahre alte Dortmunderin vor dem Jahrestag ihres Goldlaufes (25. Juli/Montag) im Interview mit dem Express.

Richter hatte in Montreal das Finale in 11,08 Sekunden für sich entschieden. Bereits im Vorlauf hatte sie in 11,01 einen Weltrekord aufgestellt.

Die Bedeutung ihres Erfolges in Kanada schätzt Richter allerdings weiterhin als hoch ein: "Immer, wenn Olympische Spiele anstehen wie jetzt, geistert mein Erfolg auch wieder in den Köpfen der Leute herum, man wird darauf angesprochen. Ein Einzelsieg bei Olympischen Spielen, das war das Größte."

Dass heutzutage eher die Inszenierung der Top-Leichtathletinnen statt Bestleistungen im Vordergrund steht, sieht Richter gelassen: "Heute wird viel mehr Spektakel gemacht. Das ist auch in Ordnung so. Es ist halt der Lauf der Zeit."