Köln (SID) - Die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) für den Verzicht auf einen Komplett-Ausschluss Russlands von den Olympischen Spielen hart kritisiert. "Ich halte das für keine gute Entscheidung, weil jetzt mehr unklar als klar ist. Die Verantwortung wird wieder an Dritte abgeschoben, diesmal an die internationalen Fachverbände", sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete dem SID. "Da ist zu befürchten, dass dort nach völlig uneinheitlichen Kriterien entschieden wird. Das kann nicht im Sinne des Sports und der Athletinnen und Athleten sein."

Ob "politischer Druck oder kommerzielle Interessen den letzten Ausschlag gegeben haben, kann ich nicht sagen", erklärte Freitag: "Aber das IOC hat sich gegen eine eindeutige Empfehlung der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA ausgesprochen, in Sachen eines glaubwürdigen Anti-Doping-Kampfes ist das das schlechteste Zeichen überhaupt."

Zudem "widerspreche" die Ansage, dass kein jemals des Dopings überführter russischer Sportler starten darf, dem WADA-Code. "Da muss man sich nur die Osaka-Regel durchlesen. Für mich ist das ganz klar eine Lex Julia Stepanowa - die Whistleblowerin will man dort nicht laufen sehen", sagte Freitag.