Rio de Janeiro (SID) - Das russische Gewichtheber-Team wird nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS wies einen Einspruch gegen die vom Weltverband IWF ausgesprochene Sperre am Mittwoch zurück. Von der Sanktion sind acht nominierte russische Athletinnen und Athleten, drei Frauen und fünf Männer, betroffen.

Der CAS argumentierte mit Paragraph 12.4 der IWF-Richtlinien, der dem Weltverband die Chance gibt, ein Land zu sperren, wenn es die Sportart in Misskredit gebracht hat. "Ich habe dieses Urteil erwartet. Wir fühlen uns als Gewichtheberverband bestätigt", sagte der deutsche Verbandspräsident und IWF-Exekutivmitglied Christian Baumgartner dem SID am Mittwochabend.

Zugleich kritisierte Baumgartner das Auftreten der russischen Gewichtheber erneut scharf. "Ich würde mir wünschen, dass die Führung des russischen Verbandes ihre Haltung einmal ändert. Es ist zum Teil unerträglich, dass von russischer Seite über Ehre und individuelle Rechte der Athleten gesprochen wird, die Rechte der betrogenen Athleten aber nicht erwähnt werden", sagte Baumgartner.

Die IWF hatte am Freitag mitgeteilt, keinem nominierten russischen Gewichtheber eine Startberechtigung für die Rio-Spiele zu erteilen. Nach Bekanntwerden des McLaren-Berichts hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) angeordnet, dass alle Weltverbände ihre russischen Athleten erneut auf Verstöße gegen die Doping-Richtlinien überprüfen sollten.

Bereits in der Begründung der Sperre hatte die IWF deutliche Worte gefunden und von "extrem schockierenden und enttäuschenden Statistiken in Bezug auf die russischen Gewichtheber" gesprochen. Die Integrität des Gewichthebens sei zahlreiche Male und auf mehreren Ebenen von den Russen beschädigt worden. Die Sanktion sei angemessen, um den Status des Sports zu schützen.