Rio de Janeiro (SID) - Chef de Mission Michael Vesper hat das Verhalten von Diskus-Olympiasieger Christoph Harting während der Siegerehrung am Samstag kritisiert. "Was Christoph Harting bei der Siegerehrung gezeigt hat, war nicht gut", sagte der Delegationsleiter der deutschen Olympiamannschaft in Rio auf SID-Anfrage: "Er ist Teil unserer Mannschaft und Botschafter unseres Landes. Wenn er die Bilder anschaut, wird er das sicher einsehen."

Ähnlich äußerte sich DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Wenn er es selber ansieht, wird er erkennen, dass er sich mehr Ruhe und Konzentration hätte gönnen müssen", sagte Hörmann dem SID am Samstagabend im Deutschen Haus von Rio. "Ich habe aber auch Verständnis für einen Athleten, der im Überschwang seiner Gefühle bei seinem größten Erfolg sich nicht so gibt, wie man es sich wünschen würde", ergänzte er.

Man sehe, dass man "innerhalb einer Familie einen unterschiedlichen Weg gehen kann. Das scheint bei den Hartings klassisch der Fall zu sein", sagte Hörmann mit Blick auf den im Vergleich zu seinem Bruder eher extrovertierten London-Olympiasieger Robert Harting.

Christoph Hartings unorthodoxes Verhalten während der Siegerehrung, als er unter anderem beim Abspielen der Nationalhymne mitpfiff und herumhampelte, hatte zum Teil heftige Kritik in Sozialen Medien hervorgerufen. 

ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz äußerte sich kritisch zu der Tatsache, dass Harting dem übertragenden Sender ein Interview verweigert hatte. "Das ist ein einmaliger Vorgang und besonders bedauerlich für die vielen Fans vor dem Fernseher", sagte Gruschwitz dem SID.