Rio de Janeiro (SID) - Die Halbzeit-Bilanz von DOSB-Präsident Alfons Hörmann bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro fällt durchwachsen aus. "Licht und Schatten wechseln sich ab", sagte Hörmann am Sonntag. Der 55-Jährige kritisierte vor allem die enttäuschenden Leistungen der Schwimmer und Fechter.

"Einige Verbände haben die Ziele nicht ansatzweise erreicht", sagte Hörmann und bezeichnete das Abschneiden der Schwimmer als "besorgniserregend". Ähnlich sei die Situation beim Fechten. "Sorge bereitet mir die Anzahl der Endläufe und die wachsende Anzahl von Wettbewerben, in denen deutsche Athleten nicht vertreten sind", sagte Hörmann und monierte die "rückläufige Breite".

Erfreulich seien hingegen die Ergebnisse der Reiter und Schützen. "Auf sie ist Verlass. Das ist eine tolle Entwicklung, vor allem beim Schießen", sagte Hörmann.

Acht Mal Gold, fünf Mal Silber, drei Mal Bronze: Mit 16 Medaillen lag das deutsche Team nach dem achten Wettkampftag (139 von 306) auf dem vierten Rang im Medaillenspiegel. Der sogenannte Medaillenkorridor des DOSB sieht in Rio 42 bis 71 Medaillen vor. 

Zum Vergleich: In London hatte das deutsche Team insgesamt 44 Medaillen gewonnen (11 Gold/19 Silber/14 Bronze). Das Ergebnis von vor vier Jahren wollte der DOSB ursprünglich halten und "möglichst toppen".

Als Medaillenlieferanten erwiesen sich in der ersten Olympia-Woche besonders die Schützen mit vier Mal Edelmetall (3xGold, 1xSilber). Zudem schlugen sich die Reiter (2xGold, 1xSilber) und die Ruderer (2xGold, 1xSilber) hervorragend. Für die größte Überraschung sorgte Christoph Harting mit seinem Diskus-Olympiasieg.

Die großen Hoffnungen für die zweite Woche sind Lena Schöneborn im Modernen Fünfkampf, die Dressur- und Springreiter um Ludger Beerbaum und Isabell Werth und vor allem die Mannschaften - die Hockey-Teams gelten genauso wie die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst als "Medaillenbank". Auch Handballer und Fußballer haben olympisches Edelmetall im Blick. - Die Medaillenausbeute der deutschen Olympia-Teams bei Sommerspielen seit der Wiedervereinigung:

London 2012:     44 (11/19/14), Platz 6    

Peking 2008:     41 (16/10/15), Platz 5    

Athen 2004:      49 (13/16/20), Platz 6    

Sydney 2000:     56 (13/17/26), Platz 5    

Atlanta 1996:    65 (20/18/27), Platz 3    

Barcelona 1992:  82 (33/21/28), Platz 3