Moskau (SID) - Russlands staatliche Untersuchungskommission deutet an, die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA könne die Vernichtung von Proben selbst angeordnet haben. Whistleblower Gregori Rodtschenkow, der frühere Chef des Moskauer Anti-Doping-Labors, hatte im November zugegeben, absichtlich 1417 Proben zerstört zu haben. Die Untersuchungskommission suggeriert nun, es gebe "Grund zur Annahme, dass er von jemandem in der Führung der WADA dazu beauftragt worden sei".

Das sei eine Version, die "neben anderen in Betracht gezogen wird", teilte die Kommission in einem Statement mit, und schrieb weiter: "Im Übrigen wird diese Version von der Tatsache gestützt, dass uns erst noch konkrete Beweise für Doping russischer Athleten präsentiert werden müssen."

Rodtschenkow hatte im Mai öffentlich schwere Vorwürfe gegen die verantwortlichen Stellen seines Heimatlandes wegen der Manipulation von Dopingkontrollen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi erhoben. Am Dienstag bestätigte der Internationale Sportgerichtshof CAS den Komplett-Ausschluss russischer Athleten von den Paralympics in Rio de Janeiro (7. bis 18. September).