Spa-Francorchamps (SID) - Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes) ist wie erwartet jeweils mit neuen Motoren in die ersten beiden Trainings zum Großen Preis von Belgien gestartet. Der Engländer kassierte damit für die Startaufstellung des Rennens am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) eine 30-Plätze-Strafe. Im Klartext bedeutet dies wohl den vorletzten Startplatz, da McLaren-Pilot Fernando Alonso (Spanien) wegen des Austauschs zahlreicher Teile eine noch härtere Strafe (35 Plätze) erhielt.

Die Strafe wird ausgesprochen, da Hamilton bei einigen Motorenkomponenten nun über dem erlaubten Limit für eine Saison liegt. So wurde nun bereits der siebte Turbolader und die siebte MGU-H zur Energierückgewinnung eingebaut. Mercedes nahm den doppelten Motorenwechsel in Spa aus taktischen Gründen vor: Mit diesem Kniff geht Hamilton weiteren entsprechenden Strafen in diesem Jahr wohl aus dem Weg.

Für Hamiltons Teamrivalen Nico Rosberg (Wiesbaden) eröffnet sich nun die große Chance zum Comeback im Titelkampf. Im freien Training am Freitag hatte das Red-Bull-Duo Max Verstappen (Niederlande/1:48,085) und Daniel Ricciardo (Australien/1:48,341) noch die Nase vorn, Rosberg gelang die drittschnellste Runde des Tages (1:48,348). Hamilton (1:49,078) wurde Gesamtsechster.

Allerdings drehten beide Mercedes-Piloten ihre jeweils beste Runde in der langsamen Vormittags-Session. Beide verzichteten am Nachmittag auf die schnellen Supersoft-Reifen und versuchten so gar nicht erst, die Red Bulls anzugreifen. Vor dem 13. Saisonrennen liegt der WM-Zweite Rosberg 19 Punkte hinter Hamilton, der sechs der vergangenen sieben Rennen gewonnen hat.

Tagesvierter wurde überraschend der Emmericher Nico Hülkenberg (1:48,657) im Force India noch vor Ferrari-Pilot Sebastian Vettel (Heppenheim/1:49,023) auf Rang fünf. Pascal Wehrlein (Worndorf/1:49,716) überzeugte im unterlegenen Manor als Zwölfter und ließ damit auch seinen neuen Teamkollegen Esteban Ocon (Frankreich/1:50,659) um rund anderthalb Sekunden hinter sich.