München (SID) - Das US-Medienunternehmen Discovery, Mutterkonzern des TV-Spartensenders Eurosport, bereitet sich nach dem Erhalt der Olympia-Übertragungsrechte für Europa von 2018 bis 2024 auch auf einen Alleingang vor. Zwar seien sie mit den bisherigen Rechteinhabern ARD und ZDF "weiter im Austausch", wie Discovery-Vize Alberto Horta im Wochenmagazin W&V zitiert wird, doch habe das Unternehmen längst einen Plan B in der Tasche.

Bereits im März war ein Team in Pyeongchang/Südkorea, Schauplatz der kommenden Winterspiele 2018, zur Begutachtung der Austragungsstätte. Für Horta ein normaler Vorgang. "Wir sind der Housebroadcaster, da ist es unsere Pflicht, rechtzeitig aktiv zu werden", so der Manager.

Auch Verabredungen mit Technikdienstleistern und Produktionsexperten gibt es seit Längerem. "Die Maschinerie läuft seit dem Zuschlag für die Rechte im letzten Sommer auf Hochtouren", erklärte Horta. Discovery hatte für die Rechte 1,3 Milliarden Euro bezahlt.

Sollten sich die drei Beteiligten, Discovery, ARD und ZDF, doch auf einen Preis einigen, besteht immer noch die Möglichkeit des Handelns. "Nach meiner Erfahrung scheitert es im Zweifel nicht an der Umsetzung, wenn man sich erst einmal einig ist. Auch bei ARD und ZDF sitzen genug Experten, die zudem Olympia ja auch nicht zum ersten Mal machen", sagt Marcus Hochhaus von der Goldmedia Consulting.

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky hatte im August noch von "schwierigen" Verhandlungen mit Discovery über einen Erwerb von Sublizenzen gesprochen. ARD/ZDF hätten dem US-Unternehmen aber "ein sehr faires Angebot" vorgelegt. Deshalb hofft Balkausky auf eine "konstruktive Fortsetzung" der Gespräche und eine Übereinkunft zu "fairen und vertretbaren Konditionen".

Dies wünscht sich auch Alfons Hörmann. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hatte nach den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro gegenüber dem SID betont: "ARD und ZDF haben aus Sicht des DOSB erneut eine exzellente Berichterstattung über die verschiedenen Kanäle sichergestellt. 

Deshalb hoffe man sehr, "dass sich die langjährig bewährten Partner aus dem öffentlich-rechtlichen Bereich mit den neuen Rechteinhabern Discovery/Eurosport zeitnah auf eine beidseitig akzeptable Form der Zusammenarbeit einigen werden", so Hörmann weiter.