London (SID) - Schwergewichts-Boxweltmeister Tyson Fury ist offenbar positiv auf Kokain getestet worden. Das berichteten am Freitag mehrere Medien. Demnach habe die Voluntary Anti-Doping Association (VADA), die internationale Top-Kämpfe überwacht, eine entsprechende Nachricht an die Box-Weltverbände verschickt.

"Mr. Fury hat das Recht, umgehend die Analyse der B-Probe auf eigene Kosten anzufordern", wird das Schreiben der VADA zitiert. Sollte sich das Ergebnis der A-Probe bestätigen, droht Fury der Verlust aller WM-Gürtel.

Der 28-Jährige, der im November vergangenen Jahres Wladimir Klitschko (Ukraine) durch einen einstimmigen Punktsieg als Weltmeister entthront hatte, wurde offenbar am 22. September in Lancaster/England bei einer Trainingskontrolle erwischt. In der Urin-Probe wurde die Substanz Benzoylecgonine gefunden, ein klarer Hinweis auf Kokain. Weitere Substanzen werden noch untersucht.

Erst am 20. September hatte das Klitschko-Management durchgesetzt, dass sich der britische Schwergewichts-Champion mit sofortiger Wirkung unangemeldeten Dopingkontrollen unterziehen muss. Dies sei die Bedingung für den Rückkampf gewesen.

Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), bezeichnete die VADA gegenüber dem SID als "höchst seriöse Dopingagentur, die die großen Kämpfe überwacht". Die in Las Vegas ansässige Organisation hatte zuletzt den russischen Olympiasieger Alexander Powetkin des Dopingmissbrauchs überführt.

Bereits im Juli waren Dopinggerüchte um Fury aufgekommen. Nachdem er das erste Re-Match gegen Klitschko für den 9. Juli wegen einer angeblichen Knöchelverletzung abgesagt hatte, kam heraus, dass er laut britischer Anti-Doping-Agentur UKAD wegen eines positiven Tests gesperrt worden sei. Den zweiten Termin für ein Re-Match gegen Klitschko am 29. Oktober in Manchester sagte Fury am 23. September ab, einen Tag nach der vermeintlich positiven Kokain-Probe.