Kiel (SID) - Der THW Kiel hat in der Handball-Champions-League nach einem unerklärlichen Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit einen Sieg gegen Wisla Plock noch aus der Hand gegeben. Der deutsche Rekordmeister kam am Samstag trotz klarer Sechs-Tore-Führung zur Pause nur zu einem 24:24 (15:9) gegen den polnischen Vizemeister. Im Hinspiel hatten die Kieler in Polen sogar eine 22:24-Niederlage kassiert.

THW-Coach Alfred Gislason war nach der zweiten Hälfte restlos bedient. "Wir haben viel zu blöd die Bälle verschenkt", monierte der Isländer bei Sky, "es war kaum Bewegung im Spiel, haben die Lücken nicht gesehen." Daher sei der Punkt für Plock "verdient". Kiels Linksaußen Rune Dahmke meinte: "Über die erste Halbzeit müssen wir nicht reden, aber nach der Pause haben wir alles vermissen lassen. Das ist insgesamt schon zu oft vorgekommen."

Mit nun neun Punkten aus neun Spielen sind die Kieler allerdings dennoch zumindest vorübergehend Tabellenvierter ihrer Achter-Gruppe. Die ersten sechs Teams qualifizieren sich für das Achtelfinale, nur der Gruppensieger steht direkt im Viertelfinale.

Gegen Plock hatten die Kieler gut begonnen und schienen zur Pause bereits wie der sichere Sieger. In der zweiten Halbzeit ließen die Gastgeber jedoch etliche Chancen liegen und erlaubten den Polen somit das Comeback. Bester Werfer der Kieler war der Kroate Domagoj Duvnjak mit sieben Treffern, für Plock traf dessen Landsmann Lovro Mihic sechsmal.