Magdeburg (SID) - DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat nach zahlreichen Unstimmigkeiten in den vergangenen Wochen ein persönliches Wort des Bedauerns oder eine Entschuldigung in seiner Rede während der DOSB-Mitgliederversammlung in Magdeburg vermieden. Im Gegenteil forderte Hörmann die Delegierten auf, "eine Fehlerkultur zuzulassen".

"Ich sage Ihnen zu, dass wir uns des Themas annehmen und uns allen gemeinsam selbstkritisch die Frage stellen: Wie schaffen wir es, Fehler zuzulassen und zu akzeptieren?", sagte Hörmann. Für seine Rede erhielt er von den 439 Mitgliedern nur spärlichen Applaus. Vor einem Jahr war er in Hannover im Anschluss an das gescheiterte Olympiareferendum in Hamburg für seinen kämpferischen Vortrag noch stürmisch gefeiert worden.

Unter anderem für missverständliche Äußerungen bei der Vorstellung der Spitzensportreform war Hörmann zuletzt ebenso scharf kritisiert worden wie für seine unglückliche Kommunikation mit Thomas Weikert, dem Präsidenten des Tischtennis-Weltverbandes ITTF.

Zur Spitzensportreform sagte Hörmann in Magdeburg: "Wir sind an einem Punkt, an dem die Konturen des Konzepts ganz klar sind. Die Leitplanken sind gesetzt. Die Details werden wir im Einzelfall festlegen. Wichtig ist: Wir sind nicht am Ziel angekommen, sondern erst am Start. Jetzt zählt's! Die eigentliche Arbeit, die Umsetzung, geht jetzt los."

Hörmann prognostizierte "viele weitere, spannende Diskussionen" sowie "Widerstand und Gegenwind". Es werde eine Phase kommen, "die nichts mit Schönwettersegeln zu tun hat, wir werden auf rauer See unterwegs sein".